Zwei Frauen angeklagt

Tödliche Explosion bei Entsorger: „Systemfehler!“

Tirol
29.08.2025 07:00

Nach einer fürchterlichen Explosion mit einem Toten bei einem Tiroler Entsorgungsunternehmen mussten sich zwei Mitarbeiterinnen vor Gericht verantworten. Doch die beiden Gefahrgutbeauftragten wiesen jede Schuld von sich. Nun wurde das Urteil gefällt.

Im Dezember 2023 kam es bei der Tiroler Entsorgungsfirma zu einem Horrorunfall. Ein verschlossenes 200-Liter-Metallfass mit leeren und halb leeren Spraydosen explodierte beim Entladen eines Lkw. Dabei wurde ein Mitarbeiter (57) getötet.

Schulungen und Stichprobenkontrollen
Doch war das Fass ungeeignet und zwei Frauen (51 und 52) schuld am Tod des Arbeitskollegen? „Etliche Schulungen der Fahrer und Stichprobenkontrollen wurden durchgeführt“, wehrte sich das Duo in Innsbruck vor Gericht. Zudem zeigte ein Gutachten, dass eine Explosion auch bei Lüftungsschlitzen nicht ausgeschlossen werden kann.

„Jede Tonne ausleeren, nicht wirtschaftlich“
Die Richterin sah zwar durchaus Verfehlungen der Angeklagten, man könne sie aber nicht in letzter Instanz für den tödlichen Unfall verantwortlich machen. Im langen Beweisverfahren habe man gehört, dass womöglich „etwas falsch gelaufen ist, aber nicht, wie das richtige Verhalten exakt gewesen wäre“, so die Vorsitzende.

Die Option „jede Tonne auszuleeren und genau auf den Inhalt zu überprüfen wäre nicht wirtschaftlich.“ Der Fehler liege im System. Beide Frauen wurden freigesprochen.

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