24.01.2006 12:39 |

Scioppero - Streik!

Alitalia-Personal setzt Streik fort

Die Belegschaft der krisengeschüttelten Alitalia beharrt auf ihren Konfrontationskurs und setzte am Dienstag am sechsten Tag in Folge ihren "wilden Streik" fort. 250 Flüge werden voraussichtlich am Dienstag gestrichen. Verbindungen von und nach Österreich sind nach Alitalia-Angaben nicht betroffen.

Über 200 Flüge waren bereits am Montag abgesagt worden, nachdem es bereits am Wochenende wegen des unangemeldeten Streiks zu chaotischen Zuständen auf den Flughäfen gekommen war. Hunderte Passagiere, die mit dem Ende des Protests gerechnet hatten, warteten vergebens auf den Flughäfen auf ihre Verbindung. Auf dem römischen Flughaften Fiumicino kam es zu einer Demonstration der Belegschaft.

Protest gegen Kostensenkungen
Die Gewerkschaften wollen mit ihrem Kampf gegen Kostensenkungen protestieren, die Firmenchef Giancarlo Cimoli bei der Verluste einfliegenden Gesellschaft durchsetzen will. Vor allem beim Bodenpersonal ist die Verärgerung groß. Dort werden aus Protest gegen eine geplante Ausgliederung in ein neues Unternehmen die Flugzeug-Inspektionen blockiert - ohne Inspektionen dürfen die Maschinen aber nicht starten. Die Kosten des Protests sind enorm. Laut Experten verliert Alitalia mit jedem Streiktag 20 Millionen Euro.

Regierungschef Berlusconi zeigte sich über die Lage besorgt und warnte vor dem Zusammenbruch des Konzerns. "Diese Streikwelle schadet der Firma zutiefst. Die Linke, die die Gewerkschaften kontrolliert, sorgt dafür, dass es krisengeschüttelten Unternehmen noch schlechter geht", kommentierte Berlusconi. Er kritisierte, dass der Streik die Rechte der italienischen Passagiere verletze.

Berlusconi betonte, dass die Privatisierung der Alitalia nicht die richtige Lösung für die Rettung der Gesellschaft sei. "Die Privatisierung wurde das Problem der wilden Streiks nicht lösen", betonte Berlusconi am Dienstag. "Alitalia hat kürzlich mit einer Kapitalaufstockung internationale Finanzspritzen erhalten. Der Sanierungsplan sollte durchgeführt werden", so der Premierminister.