07.12.2013 14:37 |

Zahl verdoppelt

Immer mehr junge Italiener wandern wegen Krise aus

Wegen der zunehmenden Jugendarbeitslosigkeit, die in diesem Herbst ein Rekordhoch von 40 Prozent erreicht hat, nimmt die Auswanderung in Italien immer mehr zu. Im letzten Jahrzehnt hat sich die Zahl der Italiener, die ihren Wohnsitz ins Ausland verlegt haben, auf 106.000 verdoppelt, geht aus einer Studie des italienischen Statistikamts Censis hervor.

Vor allem 2012 hat die Auswanderung aus Italien einen wahren Boom erlebt: Gegenüber 2011 wurde ein Plus von 28,8 Prozent gemeldet. 54 Prozent der Italiener, die die Heimat verlassen, sind unter 35 Jahre alt.

Grund für die massive Abwanderung ist die angespannte Wirtschaftslage. Jede vierte Familie hat Probleme, Steuern und Rechnungen zu bezahlen, teilte Censis mit. 70 Prozent haben Schwierigkeiten, für unvorhersehbare Ausgaben aufzukommen. "Ungewissheit hat die Überhand gewonnen, Zukunftssorgen belasten die meisten Italiener", heißt es im Bericht.

Steuerdruck senkt Konsum
Das wirkt sich naturgemäß auch negativ auf den Konsum aus. 2013 sind die Ausgaben der Italiener auf ein Niveau wie vor zehn Jahren gesunken. Eine Senkung des Steuerdrucks zur Ankurbelung des Konsums sei dringend notwendig, forderte Censis.

Der Steuerdruck in Italien ist in den Krisenjahren immer mehr gewachsen und machte 2012 bereits 44 Prozent des Bruttoinlandprodukts aus. Im Jahr davor waren es noch 42,5 Prozent, geht aus einer neu veröffentlichten Studie der italienischen Notenbank hervor. Damit positioniert sich Italien zusammen mit Finnland auf Platz vier im Ranking der Länder des Euro-Raums mit dem höchsten Steuerdruck. Auf EU-Ebene positioniert sich Italien auf Platz sechs.

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