Berlusconi-Urteil
Gericht: Bezahlter Sex mit Minderjähriger
"Berlusconi war der Regisseur der ausschweifenden Performances der jungen Frauen, die als Bunga Bunga bekannt sind", schrieben die Richter in ihrer Erklärung. In der Urteilsbegründung wurde noch einmal bekräftigt, dass Berlusconi eine "sexuelle Vorführung junger Frauen" organisiert habe, die bei den Partys darum gewetteifert hätten, Wünsche der Anwesenden zu erfüllen.
Zusätzlich 57.000 Euro an "Ruby" überwiesen
"Ruby" habe demnach von Berlusconi für Sex etwa 3.000 Euro pro Begegnung kassiert. Der 77-Jährige habe bestätigt, "Ruby" auch etwa 57.000 Euro überwiesen zu haben und die Schenkung damit begründet, sie hätte einen Schönheitssaloon eröffnen wollen.
Zudem werden dem Ex-Regierungschef die "systematische Fälschung von Beweisen" zur Last gelegt, hieß es in der am Donnerstag von italienischen Medien verbreiteten Urteilsbegründung aus Mailand.
Anwälte: "Vollkommen wider die Logik des Rechts"
Berlusconis Anwälte Niccolo Ghedini und Piero Longo nannten die veröffentlichten Details aus der Urteilsbegründung "unwirklich" und "vollkommen wider die Logik des Rechts". Berlusconis Verbündeter Renato Brunetta, Fraktionschef der Partei Forza Italia im Abgeordnetenhaus, sprach im Zusammenhang mit dem Gerichtsdokument von "Unwahrheiten, Schmutz und Gemeinheiten".
Berlusconi war Ende Juni nach zweijährigem Prozess wegen Prostitution Minderjähriger und Amtsmissbrauchs zu sieben Jahren Haft und einem Ämterverbot verurteilt worden. Das Urteil ist erst rechtskräftig, wenn alle Revisionsmöglichkeiten ausgeschöpft sind, was im kommenden Jahr der Fall sein könnte. Berlusconi hat stets alle Vorwürfe zurückgewiesen.
Rechtskräftige Verurteilung wegen Steuerbetrugs
In einem weiteren Verfahren wegen Steuerbetrugs ist der Ex-Premier rechtskräftig zu einer vierjährigen Haftstrafe verurteilt worden, die wegen einer Amnestieregelung auf ein Jahr verkürzt wurde und aus Altersgründen nicht im Gefängnis verbüßt werden muss.
Berlusconi droht wegen der diversen Verfahren und Urteile auch der Verlust seines Sitzes im italienischen Senat. Vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg kämpft er gegen die Anwendung eines Ende 2012 in Italien verabschiedeten Gesetzes, nach dem zu mehr als zwei Jahren Haft verurteilte Politiker nicht mehr Abgeordnete sein dürfen.












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