Grab in Gefängnis?

I: Verwirrung um Bestattungsort von Priebke

Ausland
07.11.2013 16:06
In Italien herrscht Verwirrung um den Bestattungsort des NS-Kriegsverbrechers Erich Priebke. Nachdem die Tageszeitung "La Repubblica" Donnerstag früh berichtet hatte, dass der Deutsche auf dem Friedhof einer italienischen Strafanstalt beerdigt wurde, dementierte Priebkes Rechtsanwalt am Nachmittag diese Meldung. "Das ist ein falscher Scoop", teilte Paolo Giachini mit.

Die von der Zeitung veröffentlichten Bilder des Grabes mit einem Holzkreuz seien nicht echt. "Dieser verlassene Garten hat nichts mit dem Bestattungsort von Herrn Priebke zu tun", meinte Giachini nach Angaben der italienischen Nachrichtenagentur AGI. "Ich habe mit dem römischen Präfekten und den Behörden beschlossen, dass ich nicht die Details über Priebkes Bestattung bekannt geben werde", sagte Giachini.

Die "Repubblica" hatte zuvor berichtet, dass Priebke auf einem Gefängnisfriedhof beerdigt wurde, machte jedoch keine Angaben dazu, um welche Haftanstalt es sich handelt. Das Grab Priebkes, der wegen seiner Beteiligung am Massaker in den Ardeatinischen Höhlen 1944 mit 335 Toten - darunter 75 Juden - verurteilt worden war, sei nur an einer Nummer erkennbar, die lediglich die Angehörigen und wenige Vertrauensleute kennen, berichtete die "Repubblica". Man wolle damit vermeiden, dass das Grab zur Pilgerstätte für Rechtsextremisten werde.

Wochenlanger Streit um Begräbnis
Um das Begräbnis des früheren SS-Offiziers hatte es wochenlang Streit gegeben, nachdem er im Alter von 100 Jahren in Rom gestorben war. Sowohl Priebkes langjähriger Wohnort Bariloche in Argentinien als auch sein Geburtsort Hennigsdorf in Brandenburg hatten eine Bestattung abgelehnt. In den vergangenen Tagen waren Gerüchte kursiert, wonach Priebke nach Deutschland oder Südtirol überführt worden sei.

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