31.10.2013 11:20 |

Rektorin fordert:

Flüchtlinge sollen Akademie bis Montag verlassen

Bis Montag haben jene 24 Flüchtlinge aus dem Servitenkloster, die sich seit Dienstagabend in der Akademie der Bildenden Künste in Wien aufhalten, Zeit, das Gebäude zu verlassen. Dies ließ Rektorin Eva Blimlinger am Donnerstag wissen. Sie zeigte zwar Verständnis für die Situation der Männer, hielt aber dezidiert fest, dass es sich bei den Räumlichkeiten um keine Wohnstätte handelt.

"Sie sind noch in der Akademie, aber wir werden sie heute wieder auffordern, die Akademie zu verlassen und ihnen mitteilen, dass es einen Termin gibt", erklärte Blimlinger. Bis Montag sollen die Flüchtlinge die Uni-Räumlichkeiten verlassen. Passiert dies nicht, werde man dann weiter über die Vorgangsweise entscheiden, ließ die Rektorin offen, ob es etwa eine Räumung durch die Polizei geben könnte.

Die Flüchtlinge haben die vergangenen zwei Nächte in einem Hörsaal übernachtet. Dies gehe jedoch aus Sicherheitsgründen nicht. "Sie können nicht dort bleiben, das ist einfach keine Wohnstätte", erklärte Blimlinger.

Falscher Feueralarm in der Akademie
Dies untermauerte die Rektorin mit einem Vorfall am Donnerstagvormittag. So war gegen 10.15 Uhr Feueralarm ausgelöst worden - innerhalb kürzester musste das Gebäude evakuiert werden. Die Feuerwehr konnte nach einer Begehung Entwarnung geben. Die Brandmelder sind an der Akademie der Bildenden Künste grundsätzlich sehr genau eingestellt, denn darin befindet sich auch eine Gemäldegalerie.

Der Vorfall habe "nichts mit den Flüchtlingen zu tun", betonte die Rektorin, zeige jedoch, dass die Räumlichkeiten nicht als Wohnstätte genutzt werden können. Die Männer seien nicht obdachlos, ihnen seien ja Unterkünfte angeboten worden.

Blimlinger: "Hier können sie nicht wohnen"
Den Wunsch, dass die Flüchtlinge weiterhin als Gruppe gemeinsam wohnen wollen, könne sie zwar nachvollziehen, erklärte die Rektorin - da dieser Wunsch jedoch nicht erfüllt werden kann, appellierte sie, das Angebot an Einzelquartieren anzunehmen. "Wir haben ihnen auch angeboten, dass sie sich hier treffen können, das ist kein Problem, aber hier können sie nicht wohnen", betonte Blimlinger.

Das Servitenkloster ist für die Flüchtlinge aufgrund von notwendigen Renovierungsarbeiten seit Mittwoch geschlossen. "Keiner ist mehr vor Ort", erklärte ein Sprecher der Caritas Wien. Für die Betroffenen bestehen demnach weiterhin das Quartierangebot des Fonds Soziales Wien sowie das Angebot für einen Versammlungsraum in Schwechat.

Polizeilich gemeldet sind die Flüchtlinge nun nicht mehr im Servitenkloster. Die meisten würden nun angeben, privat untergebracht zu sein, was in der Grundversorgung möglich ist, hieß es.

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