Straßenprostitution
"Sex in der Box" kommt in Zürich gut an
"Nach zwei Monaten können wir sagen, dass dieser bewachte Prostitutionspark funktioniert", betonte Michael Herzig, Leiter des zuständigen Referats für Sexarbeiter der Stadt Zürich. "Wir haben bisher keine größeren Probleme gehabt - weder mit Zuhältern, mit Anrainern oder wegen Gewalthandlungen." Er sei überrascht, dass alles so ruhig verlaufen ist, meinte Herzig gegenüber der Nachrichtenagentur AFP.
In einer Abstimmung im März 2012 hatten sich 52,6 Prozent der Zürcher für die Errichtung des Prostitutionsparks (im Bild eine Touristengruppe beim Sightseeing außerhalb der Betriebszeiten) ausgesprochen. Seit dessen Eröffnung in dem Industrieviertel außerhalb des Stadtzentrums haben sich laut der Stadtverwaltung durchaus erste Erfolge gezeigt. Vor allem zwei Ziele konnten demnach erreicht werden: Die Verbesserung der Arbeitsbedingungen von Prostituierten und der Schutz der Bevölkerung vor den negativen Auswirkungen des Straßenstrichs.
"Verrichtungsboxen" mit Alarmknöpfen
Und so läuft für Freier der Besuch im Prostitutionspark ab: Der Kunde bleibt im Auto, kurbelt die Scheibe herunter, äußert seine Wünsche und bekommt einen Preis genannt. Für den Akt stehen dann zehn sogenannte Verrichtungsboxen zur Verfügung, vor denen Sicherheitsleute patrouillieren. Außerdem gibt es in jeder Box einen Alarmknopf, der im Notfall gedrückt werden kann.
Durchschnittlich bieten allabendlich 14 Frauen ihre Dienste an. Angesichts der viel höheren Zahlen am Sihlquai hatte man mit mehr Personal gerechnet. Ob sich daher ein Teil der Straßenprostituierten in andere Teile der Stadt verlagert hat, können weder Polizei noch Stadtverwaltung genau sagen. Demnach gebe es bisher keinerlei Beobachtungen in diese Richtung.
Die Behörden erwarten sich jedoch ohnehin erst in ein paar Monaten aussagekräftigere Aufschlüsse darüber, wie die Idee mit dem "Sex in der Box" letzten Endes angenommen wird. Die ersten Tendenzen zeigen aber, dass die anfänglichen Sorgen, die stark kontrollierte Einrichtung könnte Sexarbeiterinnen erst recht in die Illegalität treiben, unberechtigt waren.












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