Im Streckhof-Stil

Neuer „Generationenhof“ bewahrt Dorfcharakter

Burgenland
19.05.2025 09:00

Streckhöfe versprühen einen gewissen Charme und gehören im Burgenland nach wie vor zur Identität. Damit sie nicht aus der Mode kommen, hat die OSG nun in Oggau einen zeitgemäßen Nachbau realisiert, der sich harmonisch ins Ortsbild fügt und leistbares Wohnen ermöglicht.

Als das Burgenland noch ein Land bäuerlicher Kleinbetriebe war, wurden in nahezu jeder Gemeinde schmale, langgestreckte Streckhöfe gebaut. In den straßenseitig gelegenen Räumen der Häuser wurde gewohnt, dahinter befanden sich Stallungen und Wirtschaftsbereiche. Zwar haben die meisten dieser Streckhöfe seit dem Ende der 1950er-Jahren ihren Nutzen verloren, dennoch prägen sie das Ortsbild im Burgenland bis heute.

So sah der alte Streckhof früher aus.
So sah der alte Streckhof früher aus.(Bild: OSG)
Hinter der Fassade war der Hof nur noch eine Ruine.
Hinter der Fassade war der Hof nur noch eine Ruine.(Bild: OSG)
(Bild: OSG)

Dorfcharakter erhalten
Ist ein Streckhof aber dem Verfall preisgegeben, sodass er nicht mehr saniert und sinnvoll weitergenutzt werden kann, bleibt nur noch der Abriss – so wie das in Oggau der Fall war. Dank der Pläne des Eisenstädter Architekten Alexander Mayer-Niepel ist es jedoch ein gelungen, einen neuen Wohnkomplex aus dem Boden zu stampfen, der an die typische Form eines burgenländischen Streckhofes erinnert, sich harmonisch in das Ortsbild einfügt und so zum Erhalt des dörflichen Charakters beiträgt. Umgesetzt wurde das Projekt von der Oberwarter Siedlungsgenossenschaft.

Bürgermeister Thomas Schmid, OSG-Chef Alfred Kollar und Mieterin Maria Vargyas.
Bürgermeister Thomas Schmid, OSG-Chef Alfred Kollar und Mieterin Maria Vargyas.(Bild: Reinhard Judt)
Auf dem Grundstück, auf dem einst eine Familie wohnte, haben nun 14 Mieter ein neues Zuhause ...
Auf dem Grundstück, auf dem einst eine Familie wohnte, haben nun 14 Mieter ein neues Zuhause gefunden.(Bild: Reinhard Judt)

Große Nachfrage
Dabei wurde gleichzeitig neuer leistbarer Wohnraum geschaffen, ohne zusätzliche Flächen zu versiegeln. „Der Generationenhof in unmittelbarer Nähe zu Bäckerei, Nahversorger, Gemeindeamt und Kirche besteht aus insgesamt vier Stiegen und 14 Wohneinheiten, die unbefristet zur Miete angeboten und von Jung und Alt genutzt werden“, freuen sich OSG-Chef Alfred Kollar und Bürgermeister Thomas Schmid, die vor kurzem die Schlüssel übergaben. Weil die Nachfrage so groß war und die Wohneinheiten bereits alle vergeben sind, sind die beiden sicher: „Nachhaltigkeit kommt an! Dieses Projekt wird nicht das letzte sein, das wir gemeinsam umgesetzt haben.“

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