Erwin Draxler betreibt mit der Büchertheke die letzte unabhängige Buchhandlung in der Südsteiermark. Was ist das Geheimnis seines Erfolgs? Die „Krone“ hat nachgefragt!
„Eine gewisse Portion an Verrücktheit gehört dazu, wenn man als Buchhändler erfolgreich sein will“, sagt Erwin Draxler. Vor 22 Jahren hat er in Leibnitz die Büchertheke eröffnet, die heute die letzte unabhängige Buchhandlung in der ganzen Region ist. „Mir war von Anfang an klar, dass es nicht reichen wird, wenn ich im Geschäft warte, sondern dass ich rausmuss zu den Kunden und dort die Trommel rühren für die Literatur“, sagt er.
Der Handel liegt ihm im Blut, schon seine Eltern hatten ein Geschäft in Leibnitz: „Draxler war ein Begriff im Ort, als ich angefangen habe. Und mit meinem Schnurrbart und meinen Haaren habe ich auch mein eigenes Branding – die Menschen kennen mich“, sagt er.
„Die Menschen kennen mich“
Mit Büchertischen an Schulen und in Kindergärten setzt er bei den Kleinen an: „Kinder sind meistens ja sehr interessiert an Büchern und Geschichten, aber die Eltern haben oft gar keine Zeit mehr dafür“, sagt er. Und auch für die erwachsenen Leser ist ihm kein Weg zu weit: „Ich habe auch regelmäßig Büchertische in Bad Gleichenberg, dort gibt es für die Kurgäste, die Zeit haben zu lesen, ja auch fast kein Angebot mehr.“
Und dieses Engagement sorgt auch für Erfolg: „In Verhältnis zu anderen Buchhändlern geht es mir recht gut, aber ich reiße mir auch den Arsch auf dafür“, sagt er. Denn die Kunden, die er mit seinen literarischen Ausflügen erreicht, werden oft auch zu Stammkunden in der Büchertheke, der er seine Handschrift aufgedrückt hat: „Natürlich gibt es bei mir auch die Bestseller, aber eben auch Bücher, die man sonst nicht überall kriegt. Und wir versuchen das Geschäft zu einem Wohnzimmer für die Literatur zu machen, damit die Kunden gerne kommen.“
Und trotz all der Probleme im Buchhandel, sieht Draxler positiv in die Zukunft: „Das Buch wurde schon oft für tot erklärt, aber es gibt uns immer noch“, resümiert er.
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