Bjelica erleichtert

Austria rechtzeitig vor CL-Play-off wieder in Form

Sport
18.08.2013 11:52
Erstmals in der laufenden Saison hat die Austria gezeigt, wie sie sich 2012/13 zum Meister und zu einem Kandidaten um den Einzug in die CL-Gruppenphase küren hat können. Gegen völlig chancenlose Wiener Neustädter erblühten die Veilchen regelrecht und legten so eine perfekte Generalprobe für das Play-off-Hinspiel bei Dinamo Zagreb hin. Gerade rechtzeitig, denn der schwache Saisonstart hatte sichtlich am Nervenkostüm der Violetten gezehrt.

"Man hat schon begonnen, an der Mannschaft und am Trainer zu zweifeln", merkte Austrias neuer Cheftrainer Nenad Bjelica nach dem geglückten Befreiungsschlag sichtlich erleichtert an. Im Donnerstag-Training war Bjelica gar der Geduldsfaden gerissen, am Freitag hatte er sich dann die Meisterkicker öffentlich ordentlich zur Brust genommen.

"Dann ist der Vulkan ausgebrochen. Zum Glück!"
Und die Worte des Kroaten kamen offensichtlich bei seinen Mannen an, das bestätigte auch Mittelfeldakteur Marko Stankovic. "Der Trainer hatte vollkommen Recht, wir Spieler müssen uns an der Nase packen. Wir haben eine banale Übung inkonsequent ausgeführt, dazu sind noch ein paar Kleinigkeiten gekommen. Dann ist der Vulkan ausgebrochen. Zum Glück und zur rechten Zeit, denn man hat gesehen, was es bewirkt hat", meinte Stankovic.

Das i-Tüpfelchen der gelungenen Generalprobe war dabei der Doppelpack von Philipp Hosiner. Austrias "Lebensversicherung" hat damit die kleine Durststrecke (seit 20. Juli ohne Tor) hinter sich gelassen. "Wir hatten einen kleinen Hänger, den haben wir aber nun abgelegt. Wir haben zu alter Stärke gefunden, diesen Schwung wollen wir nach Zagreb mitnehmen", merkte der amtierende Bundesliga-Torschützenkönig an.

Bjelica freut sich über Hosiner, Gorgon und Royer
Bjelica verfolgte aber nicht nur Hosiners Leistungsexplosion mit großer Freude, auch die Auftritte von Alexander Gorgon (schied zur Pause mit Knieproblemen aus) und Daniel Royer rissen den Trainer zu einem Sonderlob hin. "Aber jeder Einzelne hat sich gesteigert. Man hat gesehen, wie diese Mannschaft mit dem nötigen Selbstvertrauen Fußball spielen kann", freute sich der Nachfolger von Meistermacher Peter Stöger.

An der Favoritenrolle von Dinamo gibt es aber für Bjelica nichts zu rütteln. Und der 41-Jährige nannte dafür jede Menge gute Gründe: "Dinamo hat einen 17-jährigen Millionen-Mann (Alen Halilovic, Anm.) auf der Ersatzbank sitzen. Dinamo hat fünf, sechs kroatische Teamspieler und jede Menge Champions-League-Erfahrung. Und wie oft war die Austria in der Champions-League? Noch nie."

"Dinamo wird keine bessere Stimmung als wir in Wien haben"
Doch Bjelica fügte hinzu, dass man "alles, aber wirklich alles" unternehmen werde, um in die "Millionenliga" einzuziehen. "Wir werden am Mittwoch wie die Löwen kämpfen, um ein gutes Ergebnis mit nach Wien zu nehmen." Und dann erhofft sich Bjelica eine brodelnde Generali Arena. "Dinamo wird in Zagreb sicher keine bessere Stimmung als wir dann in Wien haben. Ich erwarte mir beim Rückspiel eine fantastische Unterstützung."

Dinamo Zagreb tankte übrigens am Samstagabend ebenfalls mit einem vollen Erfolg noch einmal Selbstvertrauen. Beim 2:1 gegen den eigenen Ausbildungsverein Lokomotiva Zagreb erzielten der 19-jährige U20-Teamspieler Jozo Simunovic (7.) und der chilenische Stürmer Junior Fernandes (59.) die Tore des kroatischen Serienmeisters. Austrias "Spion" Sigi Aigner war beeindruckt: "Es war ein sehr gutes Match. Dinamo ist sehr stark und hat zahlreiche hervorragende Spieler in seinen Reihen."

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