26.07.2013 22:20 |

Neue Geheimwaffe

Verlassene Geliebte verraten korrupte Politiker in China

Korruption ist in China weit verbreitet - von Lokalpolitikern und einfachen Polizisten bis hin zu hochrangigen Ministern, das Land steckt in einem Sumpf unlauterer Methoden. Erst seit Kurzem versucht die Kommunistische Partei, ernsthaft dagegen anzugehen - nun hat sie eine neue Geheimwaffe für sich entdeckt: verlassene Geliebte, die darauf brennen, ihren Exfreunden eins auszuwischen.

Erst seit Präsident Xi Jinping im März dieses Jahres an der Macht ist, wurde der Korruption in China ernsthaft der Kampf angesagt. Aktuellstes Beispiel ist die Anklage gegen den einstigen Politstar Bo Xilai, der wegen Bestechung, Unterschlagung und Machtmissbrauchs angeklagt wurde - ihm droht theoretisch sogar die Todesstrafe (siehe Infobox). Der Prozess dürfte bald beginnen und soll ein weiteres Zeichen setzen, dass nun hart durchgegriffen wird.

Hilfe kommt dabei von ehemaligen Mätressen korrupter Beamter, die nach dem Ende ihrer Beziehungen auspacken. Neuestes Beispiel ist die 26-jährige Ji Yingnan, berichtet die "Washington Post". Sie entdeckte laut eigenen Angaben Ende 2012 nach vier Jahren Beziehung, dass ihr Verlobter Fan Yue - seines Zeichens hochrangiger Funktionär der Kommunistischen Partei in Peking - bereits verheiratet war und einen Sohn hatte.

Politiker lebte trotz mäßigen Gehalts im Luxus
Aus Rache stellte Ji Hunderte Fotos online und verteilte sie an leitende Parteifunktionäre. Die Bilder zeigen, mit wie viel Luxus der Beamte sich umgab: Teure Autos, ausgedehnte Shopping-Touren, extravagante Urlaube und haufenweise Bargeld waren für den Mann kein Problem, obwohl er eigentlich nur ein mäßiges Gehalt erhielt. Sie habe sich nie gedacht, dass jemand, den sie "einmal so geliebt habe", eines Tages ihr "Feind" werden könne, so Ji. "Es ist beängstigend, diese Art von Beziehung zu erleben." Sie hoffe auf eine persönliche Entschuldigung ihres Exfreundes.

Rache einer "zu gierigen" Frau?
Die Polizei hat Ermittlungen gegen Fan eingeleitet, mehr wurde jedoch nicht bekannt gegeben. Fan konnte für eine Stellungnahme nicht erreicht werden, so die "Washington Post". Ein Blogger jedoch gibt an, letztes Jahr mit dem Mann gesprochen zu haben - dieser habe behauptet, weniger Geld als von Ji angegeben spendiert zu haben. Fan habe die Frau verlassen, weil sie "zu gierig" gewesen sei, so der Blogger.

Immer wieder Sexskandale
Auch zahlreiche andere Beamte in China sind in den letzten Monaten von Betrugs- und Sexskandalen heimgesucht worden. So musste etwa der hochrangige Beamte Liu Tienan im Mai gehen, nachdem eine ehemalige Geliebte mit einem Journalisten geplaudert hatte: Liu habe Banken um umgerechnet über 150 Millionen Euro betrogen, so die Mätresse. Lei Zhengfu, der Parteichef des Bezirks Chongqing, musste wiederum vergangenes Jahr den Hut nehmen, nachdem ein Sexvideo ihn mit einer anderen als seiner Frau zeigte.

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