Nach monatelangem bundespolitischem Polit-Zirkus, würdelos von der ersten Stunde an, kommt man nicht mehr umhin: Alle Parteichefs sind nicht mehr ernst zu nehmen.
Am 29. September 2024 hatte es fast 17 Grad. Wer da schon alle Weihnachtsgeschenke gekauft hatte, gehörte für die einen zu den gut Organisierten und für die anderen zu den Strebern. Die Herbstferien waren noch fern, von Silvester ganz zu schweigen. 140 Tage ist das jetzt her. 140 Tage! Die Weihnachtsgeschenke sind heute längst im Kasten verstaut oder wurden umgetauscht, bald kommt der Osterhase. Und was haben wir seit diesem Wahltag im September nicht: eine Bundesregierung.
„Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ ohne die guten Zeiten
Wir haben: eine Seifenoper, wie bei „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“, nur ohne die guten Zeiten: Intrigen, Trennungen, Rosenkriege, ein Hauptcharakter hat die Bühne verlassen, dafür ist quasi ein neuer aufgetaucht. Wir sehen Protagonisten im Machtrausch, Kleinkriege, Lügen, peinliche On-off-Beziehungen und müssen uns Gerüchte über heimliche Treffen anhören. Wer eine Folge verpasst hat, kommt nicht mehr mit. Wobei, der Vergleich mit einer TV-Seifenoper hinkt. Die kann man abdrehen, es geht um nichts.
Im wahren Leben wird mit der Republik und der Demokratie gespielt. Es ist unwürdig. Und so haben sich diese Woche viele Kasperln der Woche aufgetan: Die Parteichefs aller Parteien sind mitschuldig an diesem Desaster: Karl Nehammer und Nachfolger Christian Stocker (ÖVP) genauso wie Herbert Kickl (FPÖ), Andreas Babler (SPÖ), Beate Meinl-Reisinger (Neos) oder Werner Kogler von den Grünen, der auch überall nur verbrannte Erde hinterlassen hat. Das harte Urteil: Wir haben aktuell Politiker zum Fremdschämen. Eine Seifenoper, die abgesetzt gehört.
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