04.07.2013 16:47 |

Ö-Radrundfahrt

Frank siegt auch auf dem Sonntagberg, Zoidl 4.

Der Schweizer Mathias Frank (Bild) hat einen Tag nach seinem Husarenritt über den Großglockner auch die fünfte und längste Etappe der Österreich-Radrundfahrt für sich entschieden. Der 26-Jährige vom Team BMC setzte sich am Donnerstag nach 228 Kilometern von St. Johann/Alpendorf auf den Sonntagberg in Niederösterreich vor dem Polen Rafal Majka (4 Sekunden zurück) und dem Franzosen Nicolas Edet (+6) durch. Riccardo Zoidl holte den vierten Rang (+9) und rückte als Gesamtzweiter dem führenden Belgier Kevin Seeldraeyers bis auf 52 Sekunden nahe.

Sollte die sechste Etappe am Freitag von Maria Taferl nach Poysdorf keine Überraschung bringen, dürfen sich die Fans im Einzelzeitfahren am Samstag in Podersdorf auf einen echten Showdown freuen. "Es wäre super, wenn ich für Österreich einen Toursieg einfahren könnte", erklärte Zoidl. "Aber mein primäres Ziel ist das Podium." Der bisher letzte heimische Rundfahrt-Gewinner war Thomas Rohregger im Jahr 2008.

"Ich bin sehr froh, dass ich etwas Zeit aufgeholt habe"
Auf der Fahrt vom Pongau durch Ennstal und Gesäuse nach Niederösterreich wurde den Spitzenfahrern alles abverlangt. Zoidl war nach 120 Kilometern in einen Sturz verwickelt ("Ich habe mir den Oberschenkel etwas geprellt"), war aber im vier Kilometer langen Schlussanstieg erneut bei den Besten. Und nahm Seeldraeyers und dessen insgesamt drittplatziertem Astana-Kollegen Alexander Djatschenko (KAZ) sieben Sekunden ab. "Ich bin sehr froh, dass ich etwas Zeit aufgeholt habe. 52 Sekunden sind im Zeitfahren theoretisch machbar, ob auch praktisch, wird man sehen."

Zoidl steht indes vor einem Wechsel in die Top-Liga des Radsports, mit seinen jüngsten Leistungen hat er weitere Teams auf sich aufmerksam gemacht. Darum verzögert sich auch der offenbar schon fix gewesene Vertragsabschluss mit einem ProTour-Rennstall. "Andere Teams zeigen Interesse, aber nächste Woche könnte schon alles fix sein", sagte der 25-jährige vom drittklassigen Gourmetfein-Wels-Team.

Seeldraeyers: "Mag diese Art von Anstieg nicht"
Seeldraeyers war froh, den Tag mit zahlreichen Attacken auf den ersten 80 Kilometern halbwegs gut überstanden zu haben. "Ich mag diese Art von Anstieg nicht", so der 26-Jährige zur Schlusssteigung, die explosiven Fahrertypen entgegenkommt und auch Zoidl gut liegt. Der Rückstand schmerzte den Belgier doch. "Jede Sekunde weniger wäre Goldes wert", erklärte Seeldraeyers. Er ist oft mit den bei der Tour de France engagierten Ex-Rundfahrtsiegern Fredrik Kessiakoff (SWSE) und Jakob Fuglsang (DEN) in Kontakt und bekommt auch Tipps von Teammanager Wjatscheslaw Jekimow. Am Samstag will er alles geben. "Ich hoffe, dass mich das Gelbe Trikot beflügelt."

Etappensieger Frank ist hingegen in der Gesamtwertung weit zurück (18./+5:27 Minuten), fühlt sich aber in Topform. Seine BMC-Teamkollegen brachten ihn zu Beginn des Schlussanstiegs in eine perfekte Position ("Es ist toll, wenn Ex-Weltmeister wie Alessandro Ballan und Thor Hushovd da mithelfen"), seiner Attacke 800 Meter vor dem Ziel war keiner der Rivalen in der Spitzengruppe gewachsen. "Einige Hundert Meter vor dem Ziel konnte ich schon zurückschauen, die Stimmung mit den vielen Zuschauern war ein Erlebnis, das ich behalten werde", sagte der Schweizer.

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