Zwölf Jahre lang warteten Gläubige auf einen Nachfolger von Franz Lackner, des letzten Weihbischofs der Steiermark. Gestern rang sich der Vatikan schließlich zu einer Entscheidung durch: Johannes Feiertag wird „rechte Hand“ von Wilhelm Krautwaschl. Und in Wien? Bleibt der Erzbischofssitz vorerst unbesetzt.
Gottes Mühlen mahlen langsam, sehr langsam sogar. Seit zwölf Jahren, als Franz Lackner an die Salzach wechselte, war das Amt des Weihbischofs der Diözese Graz-Seckau vakant – obwohl diese mit 48 Seelsorgeräumen und mehr als 700.000 Katholiken alles andere als klein ist. Überraschend vertagt wurde auch die Entscheidung, wer neuer Erzbischof in Wien und möglicherweise österreichischer Kardinal wird. Als „unnötig chaotisch“ bezeichnete Ex-Caritas-Präsident Helmut Schüller die Nachfolgersuche – immerhin wisse man seit 80 Jahren, wann Schönborn 80 werde.
Johannes Freitags Ernennung erhöht die Chancen des steirischen Kirchenchefs auf einen Karrieresprung. Geht Wilhelm Krautwaschl als Erzbischof nach Wien – im Gegensatz zu anderen Kollegen werden ihm große Ambitionen auf das Amt nachgesagt -, steht mit dem gebürtigen Spielberger ein kompetenter Erbe parat.
Beim ersten Pressetermin am Grazer Bischofssitz glänzte der 52-Jährige mit Humor, Bodenständigkeit und einer klaren politischen Haltung. Sein Ziel ist es, das Profil der katholischen Kirche in der Steiermark zu schärfen: in Zeiten steigender Austrittszahlen und massiven Priestermangels ein guter Vorsatz.
Ob mit Johannes Freitag der steirische Diözesanbischof nun einen Nachfolger habe, wollten Journalisten bei der Antritts-Pressekonferenz gestern wissen. „Nicht, dass ich wüsste“, antwortete Krautwaschl schmunzelnd, „13 Jahre hab ich noch.“ Falls ihn nicht vorher der päpstliche Ruf in die Bundeshauptstadt ereilt...
Einen schönen Samstag!
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