03.07.2013 11:17

Mode im Aufbruch

Dior & Chanel mit Haute Couture zum Anfassen

Wohin geht die Couture? Klarer als sonst beantworten die Designer der seit Sonntag laufenden Pariser Haute-Couture-Schauen die Frage nach der Zukunft der hohen Schneiderkunst - diesem immer wieder totgesagten Gewerbe, wo für eine überschaubare Zahl von Kundinnen noch von Hand gestickt, genäht und auf Maß geschneidert wird. Allen voran betätigte sich Dior als Wegweiser: Zum Leben echter Frauen hin bewegte sich die Schau. Statt Haute Couture als modischem Kostümfundus gab es Schneiderkunst zum Anfassen.

"Ich wollte die Couture befreien", sagte Dior-Designer Raf Simons nach der Schau seiner Kollektion für Herbst/Winter 2013/14. Seit dem Siegeszug des Prêt-à-Porter (der heute üblichen "Mode von der Stange") habe die Haute Couture ein Problem. Für Simons bewegt sie sich zu weit weg von den Frauen. Der Belgier ließ sich von den Kulturen verschiedener Kontinente inspirieren - dachte gleichermaßen an Amerika, Europa, Afrika und Asien und schneiderte für alle einen zeitgemäßen und dennoch raffinierten Look.

Japanische Falttechnik fand sich auf einem Rock aus besticktem Tüll in Rose und Creme wieder. Dazu kombinierte er einen blauen "Obi"-Gürtel und eine von einem Kimono inspirierte Jacke. Leuchtend blaue Sportswear zur strahlend weißen Bluse im US-Ostküstenstil wirkte genauso modern wie ein lockeres Wickelkleid in den kraftvollen Rot- und Blautönen afrikanischer Massai. Die Kollektion verlor sich an einigen Stellen fast in ihrer Vielfalt. Simons ist jedoch bei allem Respekt vor der Tradition zweifellos ein Befreiungsschlag vom überholten Erbe gelungen, an dem die Couture schwer trägt.

Aufbruch auch bei Chanel-Show spürbar
Ab- und Aufbruch schien über der Schau von Chanel zu stehen. Im Pariser Grand Palais war ein alter Theatersaal "in Trümmern" - mit angeschlagenen Wänden und Steinbrocken zwischen den Holzstühlen - errichtet worden. Hinter dem Vorhang erschien das Bild einer modernen Skyline.

Mit der Zusammensetzung von Strukturen spielte auch die Kollektion, die glasklar und linear geschnitten war. Der Fokus lag auf einer trapezartig geraden Schulterlinie und mit breitem Gürtel betonter Taille. Es gab aus zwei Stoffbahnen zusammengesetzte schmale, lange Kleider - vorne schwarz und hinten mit glitzernden Silberpailletten bestickt, Abendroben, die an nass schimmernde Regenmäntel erinnerten oder atemberaubend schönen Tweed in Creme, Blau- oder Grüntönen und mit einer funkelnden, reliefartigen Oberfläche.

Karl Lagerfeld kombinierte zu all dem handschuhweiche Stiefel, deren überlanger Schaft unter den Rocksäumen verschwand.

Die Bilder zu den Haute-Couture-Schauen von Chanel und Dior gibt's in der Infobox!

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