Der russische Außenminister Sergej Lawrow ist offenbar ein Fan von Alice Weidel und Sahra Wagenknecht. Es gebe in ihren Äußerungen „viel Vernünftiges“, sagte Lawrow in Moskau bei seiner großen Pressekonferenz zum Jahresauftakt.
Bei der AfD handle es sich wie beim Rassemblement National in Frankreich um in den Parlamenten etablierte Parteien, die eine wachsende Wählerschaft hätten. Beiden wollten, „dass die nationale Selbstbestimmung und Identität der Deutschen und Franzosen wiederhergestellt werden, weil sie glauben, dass die Brüsseler Bürokratie einen Großteil davon widerrechtlich an sich gerissen hat“, sagte Lawrow mit Blick auf die rechten Parteien in Deutschland und Frankreich. In diesem Zusammenhang erwähnte der 74-jährige Chefdiplomat mehrmals auch das Bündnis Sahra Wagenknecht. Er könne nicht sagen, dass die Programme all dieser Parteien destruktiv seien.
AfD-Vertreter in russischen Talkshows
Dabei hob er hervor, dass AfD-Vertreter auch in russischen Talkshows auftreten und sich dort für bessere Beziehungen zwischen Moskau und Berlin einsetzten. Sie wiesen etwa darauf hin, dass die „Angelsachsen“, wie Lawrow Briten und US-Amerikaner bezeichnete, schon immer versucht hätten, ein Bündnis zwischen Deutschland und Russland zu verhindern. Der Außenminister hatte 2020 auch den AfD-Co-Vorsitzenden Tino Chrupalla in Moskau empfangen.
Lawrow und Vertreter des Moskauer Machtapparats hören immer wieder gern, wenn sich die AfD und das BSW für die Wiederaufnahme der russischen Gaslieferungen aussprechen. Das Thema spielt auch im Wahlkampf beider Parteien eine Rolle. Der russische Minister sagte, dass die AfD und das BSW in Deutschland auf die „Deindustrialisierung“ und zunehmende Armut hinwiesen.

Putin: Kreml bereit zur Zusammenarbeit mit AfD
Russlands Staatschef Wladimir Putin hatte sich ebenfalls schon lobend geäußert über die AfD und erklärt, dass Moskau bereit sei zur Zusammenarbeit mit jenen Kräften, die sich für normale Beziehungen zu Russland einsetzten.
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.