31.05.2013 17:00 |

Hitzewelle im Norden

Dauerregen quält Österreich, Finnen aalen sich in Sonne

Während in weiten Teilen Österreichs, Deutschlands und der Schweiz derzeit herbstliche Temperaturen und Dauerregen die Gemüter trüben, sind die Temperaturen in Finnland rechtzeitig zum lokalen Ferienbeginn auf Jahrhundertwerte geklettert. So freut sich Lappland über eine im Mai noch nie da gewesene Rekordhitze. Am Wochenende soll die Quecksilbersäule in Teilen der nördlichen Region gar die 30 Grad-Marke überschreiten. Eine "außergewöhnliche" Situation, wie finnische Meteorologen erklärten.

In Ylitornio im finnischen Teil Lapplands waren bereits am Donnerstag stolze 29 Grad gemessen worden. "Das ist die höchste Temperatur, die jemals in Lappland im Mai aufgezeichnet wurde", erklärte Meteorologin Seija Paasonen vom öffentlich-rechtlichen Fernsehsender YLE. Auch in Inari zeigte das Thermostat am Donnerstag 28,9 Grad Celsius an. Die Ortschaft liegt am gleichnamigen Inarisee. Der drittgrößte See des EU-Landes und sechstgrößte Binnensee Europas liegt nördlich des Polarkreises und ist in manchen Jahren bis in den Juni hinein zugefroren - doch heuer ist schon Ende Mai Baden angesagt.

Südlich von Lappland kratzten die Temperaturen indessen bereits an der 30-Grad-Marke. So wurden etwa in Kokkola an der Westküste Finnlands 29,1 Grad gemessen. Für das Wochenende erwartet Paasonen sogar noch höhere Werte: "Die Temperaturen sollten im Norden über 30 Grad Celsius steigen, wahrscheinlich nicht nur im westlichen Lappland, sondern auch im Nordosten", so die TV-Meteorologin.

Solche Werte gibt's "nur zwei oder drei Mal im Jahrhundert"
Die Wetterlage sei "außergewöhnlich", beschrieb Asko Hutila vom Finnischen Meteorologischen Institut die aktuelle Situation im Norden des Landes gegenüber YLE. "Die Temperaturen in Lappland erreichen dieses Level Ende Mai nur zwei oder drei Mal im Jahrhundert", so Hutila. In einigen Gebieten dürften die Durchschnittstemperaturen für den gesamten Monat letztlich weit über dem statistischen Mittel liegen. So würden etwa die langfristigen Tageswerte in Utjoki-Kevo im hohen Norden Lapplands im Mai durchschnittlich bei 3,7 Grad Celsius liegen, heuer jedoch eher 7 Grad Celsius ansteuern, nannte Hutila ein Beispiel für die extrem seltene Hitze.

Aufgrund des ausgesprochen warmen Wetters sind auch die Wassertemperaturen der Seen - auf das gesamte Land bezogen - derzeit "ein paar Grad höher und in einigen Fällen um bis zu fünf Grad wärmer als der Durchschnitt", erklärte Johanna Korhonen, Hydrologin des finnischen Umweltzentrums. Typische Werte für diese Zeit des Jahres sind demnach etwa 10 Grad Celsius. Stattdessen werden in Seen im Südosten Finnlands 12 bis 16 Grad Celsius, im Westen sogar bis zu 18 Grad gemessen, so Korhonen.

Die Finnen wird die aktuelle Wetterlage jedenfalls freuen: Am 1. Juni beginnen für die Schüler des Landes die langen Sommerferien.

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