Die 83-jährige Maria Leiter ist Bergbäuerin und Organistin in Thierbach/Wildschönau und fehlte am Heiligen Abend noch nie. Trotz mancher Schicksalsschläge behielt die Tirolerin immer ihren Lebensmut.
„Prominent bin ich nicht. Und schreibt’s nur ja nichts Übertriebenes von mir“, mahnt die Unterländerin in aller Bescheidenheit.
Der Tod von Vater und Schwestern
Maria Leiter wurde 1941 im Krieg geboren. Der Vater fiel an der Front, ihre zwei Schwestern überlebten das Kleinkindalter nicht. Man kann sich vorstellen, welch einfaches Leben sie mit ihrer Mutter Rosina im „Sollererhäusl“ führte.
Die Frage der Lehrerin
Als Moidi zwölf Jahre alt war, fragte sie die im Ort als Lehrerin fungierende „Schwester Augusta“, ob sie das Orgelspiel erlernen wolle. „Am 9. April 1956 habe ich dann bei einer Hochzeit erstmals gespielt“, erinnert sich die Thierbacherin. Nervös sei sie nicht gewesen, auch später nicht.
Weihnachten als Gottesdienst-Marathon
Und so kam es, dass Maria über Jahrzehnte in der kleinen Pfarrkirche an der Orgel saß. Einst waren die Weihnachtstage dabei ein wahrer Marathon. „Um 6 Uhr gab es das Engelamt, am Nachmittag die Vesper und um 24 Uhr die Mette“, schildert die 83-Jährige.
Ob sie damit die älteste Organistin im Land ist? Moidi weiß es selbst nicht, hält von solchen Superlativen aber herzlich wenig.
Nur ein einziger Weihnachtswunsch
Am Heiligen Abend um 21.30 Uhr sitzt sie einmal mehr an der Orgel. Das Kyrie und das Sanctus gehören zum fixen Repertoire. Das „Stille Nacht“ überlässt sie aber einer jungen Musikerkollegin. Moidis einziger Weihnachtswunsch: Die schmerzenden Knie mögen sich etwas bessern.
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