Am Samstagabend kann David Alaba als erster Österreicher mit Bayern München gegen Dortmund die Champions League gewinnen. In London, der Stadt seiner Träume. Als Bub wünschte er sich eine Karriere bei Arsenal, besuchte als Kind sogar das alte Highbury-Stadion. Angekommen ist der 20-Jährige jetzt in der Kathedrale des Fußballs: im Wembley-Stadion. Die Arena kennt er bisher nur aus Internet und Fernsehen.
"Erster Gedanke beim Aufstehen"
Voriges Jahr war David als Fackelläufer bei den Paralympics dem Stadion aber schon ziemlich nahe. Am Samstag betritt er es zum ersten Mal. Vor 90.000 Zuschauern steigt dort der große Showdown, der Kampf um den "König aller Klub-Pokale". Der Linksverteidiger gibt zu: "Seit Wochen denkst du an kaum etwas anderes. Es ist der erste Gedanke beim Aufstehen und der letzte vor dem Einschlafen." Von Druck will Alaba aber nicht sprechen.
"Wir sind nur schwer zu stoppen"
"Die Vorfreude ist riesig. Vor so einer Kulisse in so einem Spiel dabei zu sein – das ist das Schönste, was einem Fußballer passieren kann." Als Favorit sieht der Wiener sein Team nicht: "In einem Endspiel gibt es keinen Favoriten. Da kann alles passieren, da entscheiden Kleinigkeiten." Beim Gegner hat er vor allem Respekt vor Robert Lewandowski und Marco Reus. Bei aller Wertschätzung für Dortmund betont er aber: "Wenn wir unser Spiel durchziehen, sind wir nur schwer zu stoppen."
Die Bayern sind nach dem verlorenen Endspiel 2010 gegen Inter und der bitteren Pleite im Vorjahr im "Finale dahoam" gegen Chelsea auf Sieg programmiert. Das Ziel: Nach den 107 Stufen hinauf in die Royal Box soll UEFA-Präsident Michel Platini Kapitän Philipp Lahm den Pokal überreichen! Und wenn auch David die Trophäe dann vor den Augen seiner Familie und zahlreicher Freunde, denen er Karten organisiert hat, in den Londoner Nachthimmel strecken sollte, wird er künftig beim Aufwachen und Einschlafen nur noch öfter daran denken.
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