Es war kein Zufall, dass der englische Verband für das letzte Spiel auf dem Rasen des alten Wembley-Stadions das DFB-Team einlud. An den fast 80 Jahren Fußballgeschichte im Londoner Stadtteil Brent waren die Deutschen maßgeblich beteiligt.
Hamann erzielte letztes Tor im alten Stadion
Dietmar Hamann setzte im Jahr 2000 mit seinem Freistoß zum deutschen 1:0-Sieg nur den vorläufigen Schlusspunkt und einen Meilenstein als letzter Torschütze im alten Stadion. Im 2006 eröffneten Neubau mit dem markanten, über 300 Meter langen Bogen über dem Dach sollte der deutsche Einfluss seine Fortsetzung finden.
1956 war es der deutsche Goalie Bert Trautmann von Manchester City, der von Wembley aus die englischen Herzen eroberte. Im FA-Cup-Finale gegen Birmingham City wurde er bei einem Zweikampf schwer verletzt, spielte aber weiter. Erst drei Tage nach dem 3:1-Sieg seiner Mannschaft ergab eine Untersuchung, dass Trautmann 20 Minuten lang mit einem gebrochenen Genick gespielt hatte. Der zunächst verhasste Deutsche wurde in England als "Traut the Kraut" zum Helden.
"Wembley-Tor" blieb unvergessen
Zehn Jahre später war es Geoff Hurst, der Wembley zum Mythos machte. Sein Tor zum 3:2 für England im WM-Endspiel gegen Deutschland blieb unvergessen. Das "Wembley-Tor", bei dem der Ball von der Unterkante der Latte auf den Rasen prallte, gilt bis heute als eine der umstrittensten Entscheidungen - und hat es als eigenständiger Begriff bis in den Duden geschafft.
Elfmeter-Drama 1996
Der Treffer sollte für England zum Fluch werden. 1996 mussten die "Three Lions" als Gastgeber im EM-Halbfinale klein beigeben. 7:6 nach Elfmeterschießen hieß es am Ende für die Deutschen. Die Niederlage gegen den Erzfeind haben die britischen Medien nie verdaut. Dass Oliver Bierhoff Deutschland wenige Tage später mit dem ersten Golden Goal auch noch zum EM-Titel schoss, tat zusätzlich weh. 2000 verewigte sich dann mit Hamann ausgerechnet ein Deutscher als letzter Torschütze des alten Stadions.
2007 waren es mit Christian Pander und Kevin Kuranyi wieder Deutsche, die mit ihren Toren den Engländern die erste Niederlage im neuen Wembley-Stadion zufügten. Sechs Jahre später wird es eine deutsche Vereinsmannschaft sein, die die wichtigste Klub-Trophäe Europas ausgerechnet zum 150. Geburtstag des nationalen Verbandes (FA) aus dem Allerheiligsten des englischen Fußballs entführt.
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