Seltsame Zeiten sind das schon. Nach tagelangem Trommelfeuer aus der mit hohen Abgaben finanzierten Wagenburg ORF, konnte nun dem Salzburger Festspiel-Intendanten Markus Hinterhäuser öffentliche das nahezu unglaubliche Geständnis abgerungen werden, dass er auch Fehler gemacht habe. Und Festspielpräsidentin Kristina Hammer ließ sich in den „Salzburger Nachrichten“ zu dem fast schon intimen Bekenntnis verleiten, dass sie weder Erzieherin noch Gouvernante sei.
Was für ein Triumph der Kleingeister! Könnte vom Thomas Bernhard sein. Die Intrigen und Bosheiten hinter den Kulissen der Salzburger Festspiele werden den meisten Leuten egal sein. Gerüchte und G’schichterln aus der Hofstallgasse gibt es seit jeher. Die stille Post webt oft Legenden aus einem wahren Kern. Ein bislang harmloser Zeitvertreib für feige Langweiler und sich langweilende Wichtigmacher im Kaffeehaus: Die Möchtegern-Intendanten und Fast-Präsidenten, gescheiterte Regisseure, beleidigte Komponisten, gekränkte Dirigenten und unverstandene Dramaturgen, nicht engagierte Sänger und abgesetzte Schauspieler.
Die Liste der Personen, die offene Rechnungen auf dem Salzburger Jahrmarkt der Eitelkeiten haben, ließe sich endlos fortsetzen.
Dass sich aus Anlass des Abgangs der mäßig erfolgreichen Schauspielchefin aber ausgerechnet der ORF in boulevardesker Manier zur Beschädigung der Festspiele hergibt, wirft aber ganz andere Fragen auf.
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