Manuel Rösler brennt für Badminton. Der gebürtige Deutsche führte WAT Simmering nach mehr als 40 Jahren erstmals wieder in die Bundesliga und macht den Klub aus dem elften Bezirk zum größten Österreichs. Nun muss er die Segel streichen. Aus wirtschaftlichen Gründen.
„Ich bin keiner, der schnell hinschmeißt. Aber in dem Fall geht es leider wirklich nicht anders – weil ich sonst nicht weiß, wie ich meine Miete oder die Steuern bezahlen soll“, seufzt Manuel Rösler. Jener Mann, der in den letzten acht Jahren WAT Simmering zum größten Badminton-Klub Österreichs gemacht und zum ersten Mal seit mehr als 40 Jahren in die Bundesliga gecoacht hat, muss die Segel streichen.
Nach 25 Jahren in Österreich, davon die letzten zehn in Wien, muss der 43-Jährige nun wieder zurück in seine Heimat Deutschland. Und in ein Angestellten-Verhältnis. „Profitrainer zu sein, geht sich im Badminton in Österreich nicht aus. Ich bin selbstständiger Unternehmer und nachdem einer meiner wichtigsten Auftraggeber meinen Vertrag nicht verlängert hat, bin ich zu diesem Schritt gezwungen“, schildert er.
Wichtig ist ihm aber eines: „Ich will auf gar keinen Fall jammern oder raunzen! Aber ich ärgere mich, dass wir es in den letzten Jahren nicht geschafft haben, uns so professionell zu strukturieren, dass wir vom Ehrenamt wegkommen. Niemand macht mehr etwas gratis.“
Rösler wird zukünftig im Marketing eines großen japanischen Sportartikel-Herstellers tätig sein und WAT Simmering von Düsseldorf aus bestmöglich unterstützen: „Ich kann mich um Medienarbeit und Organisatorisches kümmern, aber ich kann nicht mehr viermal pro Woche als Trainer in der Halle stehen.“ Diese Aufgaben übernehmen in Zukunft Katharina Hochmeir, Philipp Drexler und Vilson Vattanirappel. Auch Talent Pascal Cheng, dessen Weg Rösler bisher stark mitgeprägt hat, möchte er weiter begleiten: „Damit er Profi wird.“ Und am Ende vom Badminton-Sport leben kann.
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