Di, 19. Juni 2018

Homöopathie & Co.

10.10.2005 10:49

Alternativmedizin: Was hilft wann?

Immer mehr Menschen vertrauen mittlerweile auf Medizin und Therapieverfahren der Naturheilkunde. Die Gründe sind vielfältig: enttäuschende Behandlungsergebnisse der Schulmedizin, wenig Verständnis oder eilige Abfertigung von behandelnden Ärzten. Jetzt ist ein neuer Streit um die Komplementärmedizin entbrannt.

Der Markt für Naturheilverfahren ist groß und unübersichtlich. Die meisten Ausbildungswege sind nicht geregelt: Weder durch Vereine/Verbände noch durch Gesetze und Verordnungen. Und auch die Wirksamkeit vieler Therapien ist umstritten. Jetzt ist ein neuer Streit um alternative Methoden entbrannt.

Warentest und Konsument verreißen Alternativmedizin
Stiftung Warentest und Konsument haben für mehr als 50 Therapieformen verschiedene Anwendungsgebiete untersucht. Ergebnis: Nur etwa ein Drittel dieser Verfahren bietet auch sichere und nachweisbar gute Effekte für die Gesundheit. Dabei ist allerdings zu bedenken, dass es durchaus mögliche ist, dass manche Verfahren wirken, auch wenn es noch keine wissenschaftlichen Beweise dafür gibt.
 Verfechter der Homöopathie etwa verweisen darauf, dass individuelle Therapien nicht notwendigerweise randomisierten Studien standhalten.

Komplementäre Medizin
Naturheilmittel oder Naturheilverfahren - in der Wissenschaft wird dieser recht große Bereich als komplementäre Medizin bezeichnet. Dazu gehören Verfahren zur Diagnose, Behandlung und Vorbeugung, die die konventionelle Medizin ergänzen. Das geschieht durch Konzepte, die in der „Schulmedizin“ üblicherweise nicht vorkommen. Das Spektrum an Methoden und Mitteln in der komplementären Medizin ist verwirrend groß. Dazu zählen bekannte Therapien wie Massagen, Misteltherapie und Kneippanwendungen, aber auch Geistheilung oder Ayurveda.  

Wirksame Alternativen
Massagen haben eine nachgewiesene Wirkung bei Angstzuständen, Asthma und zur Vorbeugung von Wundliegen. Die Risiken sind hier - richtige Anwendung vorausgesetzt - äußerst gering. Hinweise gibt es zudem, dass Massage bei Verstopfung und als begleitende Behandlung in der Intensivmedizin wirksam sein kann. Nicht geeignet ist Massage zur Behandlung von Sehnenscheidenentzündung. 

Es gibt aber auch andere alternative Verfahren, die sogar in der Studie der Stiftung Warentest ihre Wirksamkeit für bestimmte Anwendungsgebiete bereits in seriösen Studien bewiesen haben. So ist etwa die positive Wirkung von Akupunktur bei Fibromyalgie, Kniegelenkarthrose, Rückenschmerzen und Tennisellbogen ebenso eindeutig belegt wie die Wirksamkeit von Yoga, um erhöhten Blutdruck und erhöhte Cholesterinwerte zu normalisieren, oder Hypnose, die bei vielen Krankheiten und Störungen helfen kann. Auch Aromatherapie, Autogenes Training oder Meditation eignen sich zur Anwendung bei bestimmten Indikationen.

Thema Homöopathie
Die Homöopathie zählt in Österreich zu den am weitest verbreiteten alternativen Heilverfahren. Laut Stiftung Warentest gibt es zwar Hinweise auf die therapeutische Wirksamkeit unter anderem bei Allergien, chronischem Asthma, Grippe, Migräne, Schlaganfall oder Wechseljahrsbeschwerden, doch aufgrund der schwachen Wirksamkeitsbelege ist die Homöopathie für die mehr als dreißig untersuchten Anwendungsgebiete nur wenig geeignet.

Es sei traurig, dass sich die Stiftung Warentest für solche politischen Agitationen missbrauchen lässt, meint der Rektor der TCM-Privatuniversität in Wien, Andreas Bayer im Gespräch mit pressetext.austria. "Den Autoren des Buches fehlt es an grundlegendem Verständnis. Funktionelle Methoden lassen sich nicht mit Untersuchungsmethoden nachweisen, die auf substantielle Nachweise ausgerichtet sind", kritisiert Bayer. Es sei ebenso unseriös, wenn ein TCM-Mediziner die Schulmedizin diskreditiert. Tatsache sei, dass es sich um zwei völlig verschiedene Gesundheitsmodelle handelt. "Westliche Medizin schneidet bei TCM-Standards ebenso schlecht ab", so der Mediziner.

Einige Alternativverfahren und ihren Einsatzbereich (laut Stiftung Warentest) findest du in der Linkbox!

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