Bei den Toren riss Helmut Schulte mit seinen "Luftsprüngen" fast die Computer der daneben sitzenden Journalisten vom Tisch. So euphorisch jubelte der Sportchef der Hütteldorfer auf der Pressetribüne in Graz. Auch die ansonsten wieder schweigenden Rapid-Fans jubelten, unterbrachen ihren Protest. Nach Jan Novotas Elfer-Parade skandierten sie auch in der Emotion kurz "Hier regiert der SCR".
Nach dem Spiel gab es auch Applaus für die Spieler. Novota verabschiedete sich sogar alleine noch einmal von den Fans. Das hat es schon lange nicht mehr gegeben. Und es schien, als hätte auch der letzte Grün-Weiße kapiert, was für Rapid auf dem Spiel steht. Denn in der Saison 2011/12 war der Rekordmeister zum letzten Mal nicht im Europacup dabei. Und an den bitteren Folgen - 3,3 Millionen Euro Verlust - knabbert Rapid noch heute.
Barisic atmet tief durch
Doch dieser Kelch dürfte nach dem ersten Austwärtssieg seit November 2012 an Rapid vorbüberziehen. "Ich bin erleichtert. Das ist eine Bestätigung für meinen Glauben an diese Mannschaft", atmete auch Trainer Zoran Barisic tief durch. "Das war eine schwierige Partie. Aber wir wollten dominant auftreten, das ist uns gelungen." Von einer Vorentscheidung im Kampf um die Eintrittskarte ins internationale Geschäft wollte er aber nicht sprechen: "Wir haben den ersten Schritt gesetzt, mehr auch nicht."
Wohl eine Untertreibung, da jetzt mit Wolfsberg und den Abstiegs-Nerverln Mattersburg und Admira durchaus lösbare Aufgaben warten. Zumal Rapid jetzt endlich gefestigt scheint. Und wie erleichtert die Spieler nach dem 3:1 wirklich waren, drückte Sonnleitner am treffendsten aus: "In Wien ist es sehr brisant, das Umfeld ist nicht einfach. Der Sieg tut einfach nur gut."
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