"Nicht tolerierbar"

Um 3 Uhr auf Achse: Arnautovic in Bremen suspendiert

Sport
26.04.2013 15:42
Marko Arnautovic sorgt wieder einmal für Aufsehen: Der Wiener wurde von seinem Klub Werder Bremen ebenso wie sein Teamkollege Eljero Elia mit sofortiger Wirkung suspendiert. Arnautovic war mit seinem Porsche in der Nacht auf Freitag kurz nach 3 Uhr auf der A1 bei Bremen mit überhöhter Geschwindigkeit erwischt und von der Autobahnpolizei aus dem Verkehr gezogen worden. Wenig später lieferte er sich mit dem kurz darauf in seinem Bentley hinzugekommenen Elia und weiteren vier Personen einen Streit mit den Polizisten.

"Weil diese Personen sich aggressiv verhalten haben, wurden zur Verstärkung Kollegen aus Niedersachsen angefordert", erklärte ein Polizeisprecher. Arnautovic soll um rund 50 Kilometer pro Stunde zu schnell unterwegs gewesen sein, Alkohol sei allerdings nicht im Spiel gewesen. Gegen den Wiener wurde ein Bußgeldverfahren eingeleitet.

Arnautovic: "Niemand war aggressiv"
Der Darstellung der Polizei widerspricht Arnautovic allerdings deutlich. "Es war niemand auch nur ansatzweise aggressiv", verlautbarte er via Facebook: "Nachdem der Polizist sich bei der Angabe der Geschwindigkeitsüberschreitung selbst widersprochen hat, haben wir gesagt, dass es besser ist, das über den Anwalt zu klären. Dann konnten wir weiterfahren."

Bruder wiederspricht Polizeiaussagen
Auch Arnautovic' Bruder und Berater Danijel wehrt sich gegen die Berichterstattung wonach der Bremen-Stürmer sowie sein Teamkollege Elia gegenüber der Polizei ausfällig geworden seien. "Ich war dabei: Weder Marko noch Eljero Elia haben sich gegenüber den Polizisten aggressiv verhalten. Das ist eine Lüge!", erklärte Danijel Arnautovic gegenüber "welt.de". 

Die Berichte seien völlig falsch. Auf die Palme brachten die Wiener vor allem die Aussagen der Polizei. "Die Polizisten werden sich gedacht haben: 'Ach, der Arnautovic!' Sie wussten, dass es einfach ist, schlechte Dinge über ihn zu erzählen. Das darf einfach nicht sein. Man muss bei der Wahrheit bleiben."

"Wir müssen ein deutliches Zeichen setzen"
Werder Bremen zeigt sich davon vorerst wenig beeindruckt. "Wir sind zutiefst enttäuscht. Wir brauchen Spieler, die sich zu 100 Prozent mit ihrem Beruf und der Aufgabe beim SV Werder beschäftigen. Wer zwei Tage vor einem wichtigen Spiel um 3 Uhr nachts noch auf der Autobahn unterwegs ist, bei dem kann das nicht der Fall sein. Wir müssen ein deutliches Zeichen setzen", so Geschäftsführer Thomas Eichin.

Ein solch unprofessionelles Verhalten in der Vorbereitung auf eine Partie sei nicht tolerierbar, begründete Cheftrainer Thomas Schaaf die Entscheidung. Deshalb stelle man die Spieler frei, "bis die Situation mit den Beteiligten in Ruhe geklärt werden kann".

"Arnie" schon früher mit Auszuckern aufgefallen
Gerade Arnautovic war in der Vergangenheit abseits des Platzes immer wieder negativ aufgefallen. Wegen seines Umgangs mit der Polizei war der 24-Jährige bereits im Vorjahr zum Rapport bestellt worden. In Wien beleidigte er einen Beamten ("Ich verdiene so viel, ich kann dein Leben kaufen"), der ihn für eine Kontrolle angehalten hatte. Der "Bad Boy" entschuldigte sich danach für sein Verhalten.

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