Der argentinische Erstligist Deportivo Riestra hat bei einem Match gegen Tabellenführer Velez Sarafield aus PR-Gründen einen Influencer auflaufen lassen. Daraufhin hagelte es herbe Kritik am Klub, der nationale Fußballverband leitete eine Untersuchung ein.
Der Influencer Ivan Buhajeruk, bekannt unter seinem Pseudonym „Spreen“, hat zehn Millionen Follower auf Twitch und sieben Millionen auf YouTube. Aber: Fußballprofi ist er keiner.
Das hat Deportivo Riestra nicht davon abgehalten, im Ligaspiel gegen Sarafield (1:1) „Spreen“ in die Startelf zu beordern. Bereits in der zweiten Spielminute – und ohne Ballkontakt – wurde er wieder ausgewechselt.
Wie der Verein selbst mitteilte, sei dies ein PR-Gag gewesen, um Aufmerksamkeit zu erlangen – im Internet wird die Aktion seitdem eifrig diskutiert. Medien und Protagonisten der Liga finden es weniger prickelnd als so mancher Follower von „Spreen“.
„Beschämend“, „totale Schande“
Die Aktion sei „beschämend“, echauffierte sich die Zeitung „La Nacion“, Kommentatoren des Senders „Tyc Sports“ sprachen von einer „totalen Schande“. Der frühere argentinische Teamspieler Juan Sebastian Veron, derzeit Präsident von Estudiantes de la Plata, kritisierte den PR-Gag als „völligen Mangel an Respekt für den Fußball und die Fußballer“.
Auch aufseiten von Riestras Gegner Sarafield kam die Aktion nicht allzu gut an. „Das war eine Respektlosigkeit gegenüber dem Fußball. Es ist die falsche Botschaft an die Gesellschaft und an all die Kinder da draußen, die hart für ihren Fußballtraum arbeiten“, ärgerte sich Stürmer Braian Romero.
Der argentinische Fußballverband hat mittlerweile eine Untersuchung eingeleitet, möglicherweise hat Riestra mit dem PR-Coup gegen den Ethik-Kodex verstoßen.
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