Kurze Waffenruhe?

Israel greift weiter an, Hamas lehnt Angebot ab

Außenpolitik
01.11.2024 19:29
Porträt von krone.at
Von krone.at

Ein in den vergangenen Tagen zwischen Vertretern Israels, den USA und Katar ausverhandelter Vorschlag für eine kurze Waffenruhe im Gazastreifen wird von der militant-islamistischen Palästinenserorganisation Hamas abgelehnt. Der Vorschlag beinhalte „weder eine dauerhafte Einstellung der Aggression noch führt sie zu einem Abzug der israelischen Armee aus dem Gazastreifen oder zur Rückkehr der Vertriebenen“, hielt ein Mitglied des Hamas-Politbüros am Freitag fest.

Der Vorschlag habe eine Erhöhung der Zahl der Hilfslieferungen sowie einen teilweisen Gefangenenaustausch vorgesehen. Bei Gesprächen zwischen Mossad-Chef David Barnea, CIA-Direktor William Burns und Katars Regierungschef Mohammed bin Abdulrahman al-Thani, die am Montag zu Ende gingen, war eine „kurzzeitige“ Waffenruhe von „weniger als einem Monat“ vorgeschlagen worden, wie die Nachrichtenagentur AFP am Mittwoch aus Verhandlungskreisen erfahren hatte. 

Israelische Soldaten durchqueren einen Hamas-Tunnel im nördlichen Gazastreifen.
Israelische Soldaten durchqueren einen Hamas-Tunnel im nördlichen Gazastreifen.(Bild: APA/AP)

Letzte Waffenruhe im November des Vorjahres
Katar und Ägypten sind neben den USA wichtige Vermittler bei den indirekten Verhandlungen zwischen Israel und der Hamas. Seit Beginn des Gaza-Krieges, der durch den Hamas-Großangriff auf Israel vor mehr als einem Jahr ausgelöst worden war, bemühen sich die Vermittler um eine Einigung zwischen den Kriegsparteien. Nach der bisher einzigen Waffenruhe im November vergangenen Jahres, die eine Woche dauerte und in deren Rahmen israelische Geiseln im Austausch für palästinensische Häftlinge freigelassen wurden, waren die Verhandlungen in den darauffolgenden Monaten nicht entscheidend vorangekommen. 

Trotz verstärkter Bemühungen der USA um Waffenruhen im Gazastreifen und im Libanon setzte Israel am Freitag seine Angriffe fort. Allein im Gazastreifen wurden nach Angaben von Medizinern bis Freitag innerhalb von 24 Stunden mehr als 60 Palästinenser getötet und Dutzende weitere verletzt. 

Libanesischer Premier: „Israel will töten und zerstören“
In den südlichen Vororten der libanesischen Hauptstadt Beirut wiederum zählten Journalisten der Nachrichtenagentur Reuters am Morgen mindestens zehn Angriffe. Es waren die ersten Bombardements des Gebiets seit fast einer Woche. Auch in anderen Teilen des Landes kam es zu Angriffen auf mutmaßliche Hisbollah-Ziele. Der kommissarische Ministerpräsident des Libanon, Najib Mikati, warf Israel angesichts dessen Sturheit gegenüber den Bemühungen zur Beruhigung der Lage vor. Israel lehne Lösungsvorschläge ab und bestehe auf „den Ansatz, zu töten und zu zerstören“.

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