Von Polizei gestoppt

Mit Laserblocker wollte Raser Geldstrafe entgehen

Burgenland
02.10.2024 06:00
Porträt von Karl Grammer
Porträt von Christian Schulter
Von Karl Grammer und Christian Schulter

Firmen aus dem Osten setzen im Grenzverkehr auf technische Tricks, um nicht in Radarfallen zu tappen. Der Polizei entkommen sie nicht – in Klingenbach war Endstation.

Ein guter Radarwarner erkennt und zeigt Laserpistolen an, verhindern lässt sich eine km/h-Messung allerdings nicht. Der Bruchteil einer Sekunde reicht aus, und schon muss der Raser tief in die Tasche greifen, um die behördlich verhängte Geldstrafe zu berappen. Laserblocker können Anzeigen jedoch vereiteln, effektiv und zuverlässig wehren sie eine Messung mittels Laserpistole ab.

„Die Geräte arbeiten alle gleich. Vom Fahrzeug werden störende Signale ausgesendet, die sich wie eine Schutzwand vor dem Laserstrahl der Messpistole aufbauen“, erklärt ein Kfz-Techniker aus Eisenstadt.

Ertappter Lenker musste an Grenze 1200 € zahlen
Die Tricks von notorischen Rasern kennen die Beamten der Landesverkehrsabteilung nur zu gut. Streng gehen sie gegen die Geschwindigkeitsübertretungen vor. Diesmal führte die Polizei direkt an der Grenze in Klingenbach gezielte Kontrollen gegen rücksichtslose Tempobolzer durch.Gleich zu Beginn der Schwerpunktaktion geriet der Kastenwagen eines Betriebes mit drei Bauarbeitern aus Ungarn ins Visier der Exekutive.

„Ein Garagenöffner“ – fatale Ausrede half nichts
Kurz nachdem das Firmenfahrzeug angehalten hatte, waren die unerlaubt montierten Teile eines Laserblockers bereits entdeckt worden – auf der Vorderseite im Kühlergrill (verbunden mit den Sicherungen im Armaturenbrett neben dem Lenkrad) und am Heck beim Kennzeichen. „Das ist die elektrische Vorrichtung zum Öffnen der Garage in unserer Zentrale“, behauptete der Bauarbeiter. Damit kam er bei den Kontrollinspektoren allerdings nicht durch.

Anzeige bei Bezirkshauptmannschaft
Der Sensor, alle Leitungen sowie das gesamte Zubehör wurden abmontiert und beschlagnahmt. Der überführte Lenker musste 1200 Euro als sogenannte Sicherheitsleistung hinterlegen. Erst danach konnte das Bauarbeitertrio die Pendlerfahrt fortsetzen. Eine Anzeige ergeht an die für Eisenstadt-Umgebung zuständige Bezirkshauptmannschaft.

Die Fälle häufen sich. „Lenker aus Ungarn, Rumänien und Bulgarien, die viel im Pkw in Europa unterwegs sind, setzen auf illegale Laserblocker. Oft handelt es sich bei den Fahrzeugen um Kastenwagen oder Kleinbusse von Handwerkertrupps aus dem Osten“, bestätigen die Beamten vor Ort.

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