Wiener Medientage

Reporter im Krieg: „Ich habe das Blut gerochen“

Unterhaltung
25.09.2024 17:12

Zwei Tage voller Panels, Diskussionen und Vorträge: Ernste Themen wurden bei den Wiener Medientagen besprochen. Im ersten Teil erzählten Kriegsberichterstatter von ihrer gefährlichen Arbeit und Medienmanager von den Herausforderungen der Zukunft.

Im Zeitalter von Desinformation und globalen Krisen war es kein Wunder, dass es bei den Wiener Medientagen ans Eingemachte ging. Erschütternd und zugleich hochinteressant war, was Kriegsberichterstatter von den Herausforderungen ihrer Arbeit zu erzählen hatten. CNN-Reporter Frederik Pleitgen berichtete etwa von der Nutzung gepanzerter Fahrzeuge und „Safe Houses“, dennoch sei er bei seinen Einsätzen in der Ukraine „öfter als je zuvor in Lebensgefahr gewesen“.

Paul Ronzheimer berichtet für die „Bild“ aus der Ukraine.
Paul Ronzheimer berichtet für die „Bild“ aus der Ukraine.(Bild: HORIZONT/Johannes Brunnbauer)

Gemeinsam mit „Bild“-Reporter Paul Ronzheimer bestätigte er, dass man aus der Ukraine sehr frei berichten könne, anders als etwa aus Russland, wo „Militärs den russischen Medien sagen, welche Fragen sie zu stellen haben“. Ronzheimer beklagte aber das schwindende Interesse der Leser und Zuschauer an dem Konflikt: „Hintergründe oder Geschichten über die Menschen dort interessieren nur noch wenig.“

Medienmanager Gerhard Zeiler glaubt, dass es künftig weniger Medienvielfalt geben wird.
Medienmanager Gerhard Zeiler glaubt, dass es künftig weniger Medienvielfalt geben wird.(Bild: HORIZONT/Johannes Brunnbauer)

So frei wie in der Ukraine ist man bei der Berichterstattung aus dem Nahen Osten nicht, so Tim Cupal, bis vor Kurzem Israel-Korrespondent des ORF: „Wir kommen nicht nach Gaza rein. Wir haben hundertmal angefragt. Als kleiner Sender ist es da oft schwer, Nachrichten zu überprüfen, denn es gibt viel Propaganda von beiden Seiten. Daher ist uns immer wichtig dazuzusagen, welche Infos noch nicht bestätigt werden konnten.“ Er sei nach dem Überfall der Hamas sofort in die Region geflogen und sei sehr nahe am Geschehen gewesen: „Es gab Gefechtslärm und Explosionen. Ich habe das Blut gerochen. Das waren intensive Eindrücke.“

Zur Zukunft von Politik und Medien sprachen anschließend Ex-Bundeskanzler Franz Vranitzky und Warner-Präsident Gerhard Zeiler. Letzterer über die heimische Branche: „Die Österreicher wollen nicht von deutschen Medien dominiert werden. Lokale Medien haben daher gute Zukunftschancen, wenn sie den Konsumenten folgen.“

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