Mit Kunstaktionen gegen die FPÖ hat das Volkstheater in Wien für viel Aufregung gesorgt – bei einigen Rezipienten gingen die Wogen hoch. Die „Krone“ hat Theaterdirektor Kay Voges gefragt, ob er sich wirklich erhofft, Wähler damit umzustimmen und wie er mit der Kritik umgeht.
Kunst liegt bekanntlich im Auge des Betrachters – das Volkstheater sorgt mit einem Video auf seinem YouTube-Kanal für geteilte Meinungen. Der Song namens „Euer Wille geschehe (Heim ins Reich)“, in dem Hitler-Klone vor FPÖ-Plakaten rocken und Dildos, Fäkalien und Hakenkreuze als Utensilien dienen, trifft nicht jedermanns Geschmack, wie auch die Kommentarspalte zeigt.
Voges erklärte auf eine Anfrage der „Krone“, dass es ihm große Sorge bereite, was aktuell „in Österreich, Deutschland, Europa und darüber hinaus“ geschehe. „Als Kultureinrichtung haben wir hier zwei Möglichkeiten: Wir tun gar nichts, oder wir versuchen, mit unserer Kunst so laut es geht aufmerksam zu machen, dass da gerade etwas in die falsche Richtung läuft“, so der Theaterdirektor.
Volkstheater wollte „Was wäre, wenn“ aufzeigen
Die Kulturstätte habe beabsichtigt, Haltung zu zeigen und in die Öffentlichkeit zu tragen. „Nur so können wir Menschen vor der Wahl dazu bringen, nochmal darüber nachzudenken, wo sie am Sonntag ihr Kreuz machen“, ist Voges überzeugt. „Ich glaube, mit dieser Aktion, die ja als eine Art Intervention zu verstehen ist, haben wir besonders schmerzvoll gezeigt, was das ,Was wäre, wenn‘ bedeuten würde.“
Das habe mit der provokanten Ankündigung begonnen, die Einrichtung in „Deutsches Volkstheater“ rückbenennen zu wollen. Der Song der Band „Die Hitlers“ sei nun das Finale. Dazwischen gab es in den sozialen Kanälen des Theaters „Deutschkurse“, in denen scherzhaft „Schorle“ statt „Gspritzter“ oder „Tüte“ statt „Sackerl“ nahegelegt wurden.
Ein „Deutschkurs“ des Volkstheaters auf Instagram:
Voges kann mit Amivalenz umgehen
Man habe damit viel Aufmerksamkeit für die richtige Sache generiert. „Klar, es gab eine Menge Empörung, nicht alle fanden diese Aktion wahnsinnig gelungen. Gleichzeitig gab es auch viel Zuspruch für unser Auftreten gegen Rechts. Diese Ambivalenz wollen wir aushalten“, so Voges.
„Größte Wahlparty Österreichs“ im Volkstheater
Nun wolle man sich auf das große Event konzentrieren, das ab Mittwoch über die Bühne geht. Die Veranstaltung „Drei Tage für Österreich – Ultimative Feier der Demokratie (bevor‘s zu spät ist!)“ findet am 25. und 26. September sowie am Wahlsonntag statt. „An diesem Tag feiern wir im großen Saal die größte Wahlparty Österreichs und sind gespannt, ob vielleicht auch wir der einen oder anderen Wähler*in einen Schubs in die, unserer Meinung nach, richtigen Richtung gegeben haben“, so Voges.
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