Autor Robert Schneider wurde vom Herbst und dem Temperatursturz überrascht. Im Keller wartete dann eine weitere Überraschung auf ihn...
Jetzt kamen die ersten kalten Morgen. Meine Familie jammerte, weil ich die Heizung nicht in Betrieb genommen hatte. „Ach, die Kälte ist nur kurz. Kommen gleich wieder warme Tage“, hielt ich starrköpfig den bibbernden Lieben entgegen. Aber es blieb auch am Tag kalt, und es regnete noch dazu. Gut, dachte ich, angenehm ist es nicht im Haus. Wirf die Ölheizung an.
Ich ging in den Keller, schaltete den Brenner ein. Der rumpelte und schluckte kurz, dann las ich auf dem Display: „Fehler 133: Brennerstörung“. Mehrfach drückte ich die Entstörungstaste, aber der Brenner lief nicht an. „Ich halte es in diesem eiskalten Haus nicht aus“, jammerte meine Frau. Also telefonierte ich mit dem Heizungstechniker, wartete eine Viertelstunde, bis endlich jemand das Band mit „Love Is All You Need“, gespielt auf einer synthetischen Orgel, unterbrach und sich mit einer menschlich klingenden Stimme meldete.
Die Dame am Telefon hörte sich mein dringliches Anliegen ohne Empathie an. „Gute Frau, meine Kinder frieren. Der Brenner ist quasi neu, gerade mal acht Jahre alt, und jedes Jahr im Herbst, wenn ich ihn wieder anwerfen will, zickt er rum.“ – „Ich schicke Ihnen morgen einen Techniker“, sagte die Herzlose. „Morgen?“, überschlug sich meine Stimme. „Wir haben so viele Störungsmeldungen hereinbekommen. Schneller geht es nicht.“
Die Nacht verbrachte meine Familie an elektrischen Heizöfen. Um halb acht tauchte dann auch der Heizungstechniker auf. Ein junger Mann, bestens gelaunt. „Ja, ich weiß, ich hätte schon gestern hier sein sollen. Alles muss immer subito gehen.“ Ich zeigte ihm den Weg in den Keller. Er machte ein paar wenige Handgriffe, und der Brenner schnurrte wieder. „Eigentlich hätten Sie das selbst hinbekommen. Aber es muss ja immer subito gehen“, sagte er und schrieb schmunzelnd den Auftrag.
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