Italiens Regierungschefin Giorgia Meloni beklagt die „Selbstzerstörung“ der europäischen Wirtschaft und will den Green Deal der EU „korrigieren“.
„Menschen, die Freunde Europas sind, müssen den Mut haben, zu sagen, was nicht funktioniert“, sagte Meloni in einer Ansprache vor dem Industriellenverband Confindustria am Mittwoch in Rom. Die Ministerpräsidentin bekräftigte das „Engagement der Regierung, diese Entscheidung zu korrigieren“.
„Die Herausforderung des ökologischen Übergangs kann nicht bedeuten, Tausende von Arbeitsplätzen zu vernichten und ganze Industriezweige zu demontieren, die Wohlstand und Beschäftigung schaffen. Der Abschied von Verbrennungsmotoren bis 2035, in etwas mehr als einem Jahrzehnt, ist eines der deutlichsten Beispiele für diesen selbstzerstörerischen Ansatz“, so Meloni weiter.
„Man hat sich für die Zwangsumstellung auf eine Technologie entschieden, die elektrische, für die wir nicht die Rohstoffe besitzen, wir die Wertschöpfungsketten nicht kontrollieren, die Nachfrage relativ gering ist, der Preis für die meisten unerschwinglich ist und die europäischen Produktionskapazitäten nicht ausreichen“, zählte die Ministerpräsidentin auf.
Gewerkschaft: 70.000 Jobs wegen Verbrenner-Aus gefährdet
Davor hatte der Chef des Industrieverbands Confindustria, Emanuele Orsini, erklärt, der Green Deal sei voller Fehler, die die europäische Industrie in Gefahr brächten. „Dekarbonisierung um den Preis der Deindustrialisierung ist ein Debakel“, warnte Orsini.

Rund 70.000 Jobs sind in Italien laut Gewerkschaften wegen des Aus für Verbrennungsmotoren in Neuwagen ab 2035 gefährdet. Die Autoindustrie in Italien, die immer noch weitgehend auf die traditionelle Verbrenner-Technologie ausgerichtet ist, beschäftigt laut dem Branchenverband Anfia direkt oder indirekt mehr als 270.000 Menschen und erwirtschaftet mehr als fünf Prozent des Bruttoinlandprodukts (BIP). Die Verkäufe vollelektrischer Autos sind demnach in Italien im vergangenen Jahr um 27 Prozent gesunken und machten nur 3,7 Prozent der gesamten Neuzulassungen aus.
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