Kroaten ziehen ab

Unsere Blauhelme künftig (fast) allein auf den Golanhöhen

Österreich
28.02.2013 19:23
Aus akuten Sicherheitsgründen wird Kroatien sein UNO-Kontingent vom Golan abziehen. Für die österreichischen Soldaten sei das Risiko in der Pufferzone zwischen Syrien und Israel jedoch kalkulierbar, meinte Verteidigungsminister Norbert Darabos. Unsere Blauhelme werden daher auf dem Golan bleiben. Die Österreicher werden nach dem Abzug der Kroaten nur noch von Trupps aus Indien und den Philippinen unterstützt.

Die Lage wird wegen des Bürgerkriegs in Syrien laut einer Beobachter-Task-Force im Verteidigungsministerium als "weiterhin angespannt" bezeichnet. Allerdings haben die österreichischen Soldaten auf dem Golan in der Zwischenzeit gelernt, mit der Situation umzugehen. Alle Einheiten seien für diesen Einsatz in einer mehrwöchigen Ausbildung vorbereitet worden, und sie verfügten über eine umfassende Ausrüstung für ihren Schutz. Zudem seien die Stützpunkte der Soldaten beschusssicher, hieß es aus dem Ministerium.

Drohungen gegen kroatische Truppen
Für die kroatischen Blauhelme habe sich die Bedrohungslage in den vergangenen Tagen allerdings dramatisch verändert. Nachdem in den vergangenen Tagen mehrere Medienberichte aufgetaucht waren, dass syrische Rebellen über Waffen aus Kroatien verfügen (siehe Story in der Infobox), wurden aus mehreren Extremistenkreisen Drohungen gegen die kroatischen UNO-Soldaten geäußert. Die Regierung in Zagreb nahm diese Drohungen jedenfalls sehr ernst. Premier Zoran Milanovic erklärte, dass die Sicherheit seiner Soldaten auf den Golanhöhen nicht mehr gewährleistet sei und man daher die Blauhelme abziehen müsse.

Rascher, aber geordneter Abzug geplant
Kurz nachdem Milanovic diese Entscheidung getroffen hatte, telefonierte er mit Bundeskanzler Werner Faymann, um ihn darüber zu informieren. Die kroatische Regierung versicherte aber, dass sie die Krisenregion keineswegs fluchtartig, sondern geordnet verlassen werde. Dennoch werde der Abzug sehr rasch vollzogen und bereits im Mai stattfinden.

Österreich ist seit Beginn der Golan-Mission an dem Einsatz der UNDOF (United Nations Disengagement Observer Force) beteiligt. Mehr als 26.000 österreichische Soldaten waren bisher dort im Einsatz. Derzeit sind rund 375 Heeresangehörige im Grenzgebiet zwischen Israel und Syrien stationiert.

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