Irakischer Clan in Graz auf der Anklagebank. Es geht um Kokain und Cannabis mit einem Straßenverkaufswert von weit über zwei Millionen Euro. Ein Urteil soll es am Freitag geben.
Drei Söhne, deren Mutter und Vater sowie die Schwiegertochter sitzen am Mittwoch im Grazer Schwurgerichtssaal. Der mitangeklagte Cousin ist nicht erschienen. Dem Familienclan wird Drogenhandel und Geldwäscherei vorgeworfen. Es geht um 23 Kilo Kokain, 253 Kilo Cannabis und ein Kilo des gefährlichen Flex-Kokains, einer modernen Designerdroge.
Vom FBI überwacht
Bestellt bei einem Lieferanten in Montenegro. „Versteckt haben sie die Drogen bewusst an Orten, die nicht mit ihnen in Zusammenhang standen“, erläutert Staatsanwältin Marina Murko. Etwa in Kabeltrassen von Tiefgaragen oder Kaminschächten unbewohnter Häuser. Kommuniziert wurde rein über Kryptomessengerdienste, die glücklicherweise das FBI überwachte.
Um die Gewinne zu verschleiern – der Drogenverkauf brachte laut Anklägerin fast 2,4 Millionen Euro ein -, wurde von den Angeklagten investiert: etwa in ein Einfamilienhaus oder ein Lebensmittelgeschäft. Dazu kamen Bareinlagen, die vom jüngsten Bruder, den Eltern und der Schwiegertochter getätigt worden sein sollen.
Jeder in Familie hat eine Ausbildung
Was zu Beginn auffällt, ist, dass jeder in der Familie einen Beruf erlernt hat. Die Eltern sind Lehrer, der jüngste Sohn studiert Jus, die beiden älteren haben Lehrabschlussprüfungen, die Schwiegertochter machte die Abendmatura nach. Keiner hatte es offenbar notwendig. „Mein Mandant ist durch Drogenkonsum ins Straucheln geraten und der Versuchung erlegen“, sagt Bernhard Lehofer, Verteidiger des Erstangeklagten (36).
„Alles Missverständnisse“
Er und sein 33-jähriger Bruder übernahmen für den Drogenhandel großteils die Verantwortung. Sie betonten aber, dass weder die Ehefrau noch der Rest der Familie in die Geschäfte involviert war. „Das sind Missverständnisse, die leicht aufzuklären sind.“ Christian Fauland, Anwalt der Schwiegertochter: „Alles nur Vermutungen der Ermittler ohne strafbare Handlungen.“ Ein Urteil soll es am Freitag geben.
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