Mit Mehrwegflaschen setzt Wimitzbräu auf Nachhaltigkeit. Alle Flaschen bekommen ein neues Design. Zusätzlich will Chef Josef Habich mehr Bewusstsein für Mikroplastik schaffen.
Das Produkt rund ums Bier ändert sich, der Rest bleibt gleich gefährlich ehrlich“, betont Josef Habich, Gründer von Wimitzbräu. Zwei Millionen Euro lässt sich die Privatbrauerei im sogenannten „Tal der Gesetzlosen“ den Umstieg auf Mehrwegflaschen kosten.
Eine VIP und eine Mundl-Flasche
„Eine neue Abfüllanlage, Abwasseraufbereitung und Logistikhalle waren nötig. Im Oktober starten wir“, erklärt Habich. „Bei 0,33 Liter kommt eine neue VIP-Flasche zum Einsatz, bei 0,5 Liter wird’s traditioneller. Das wird eine echte Mundl-Flasche.“ Preislich soll der Wechsel keine Auswirkung haben, die 0,5er-Flasche könnte sogar ein wenig billiger werden. „Damit wollen wir der Gastro entgegenkommen und den Wechsel von den Großen erleichtern“, erklärt Josef Habich.


Mit der neuen Anlage könnten 6000 Flaschen pro Stunde abgefüllt werden. „Wir haben dann die Infrastruktur für einen theoretischen Output von fast 60.000 Hektolitern, derzeit sind es 4000“, so Habich, der aber relativiert. „Limitiert sind wir aber mit dem Wasser aus der Lemischquelle, daher wird es nie mehr als rund 8000 Hektoliter Wimitzbier pro Jahr geben.“
Bei den Rohstoffen für das Bier setzt man auf Eigenversorgung. „Bei der Gerste haben wir eine Abdeckung von 98 Prozent, beim Hopfen immerhin 30 Prozent unseres Bedarfs“, betont Josef Habich. „Eigentlich wurde früher bei St. Veit viel Hopfen angebaut, wir arbeiten mit regionalen Landwirten daran, das wieder aufleben zu lassen.“
Hier im Tal der Gesetzlosen brauen wir ehrliches Bier. Bei den Großen sind viele kleine Tegelchen und Pulverchen dabei.

Josef Habich, Gründer von Wimitzbräu
Bild: Elias Jerusalem
Großkonzerne nutzen Mikroplastik
Besonders viel Wert legt er auf einen großen Unterschied zu Brauunion und Co. „Unser Bier ist 100 Prozent Natur! Nach Wasser, Gerste, Hopfen und Hefe endet die Zutatenliste. Die Großen nutzen aber auch Mikroplastik, damit ihr Bier klarer wird. Damit werden Gerbstoffe und andere Partikel gebunden“, so Habich. Das Mikroplastik wird zwar wieder entfernt, aber laut Studie habe man in einigen Bieren Rückstände gefunden.
Habich: „Bei uns bleibt die Naturtrübe, aber uns schmeckt dieses PVPP einfach nicht. Wir suchen Mitstreiter im Kampf gegen Mikroplastik und wollen Aufmerksamkeit dafür schaffen.“
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