Egal ob sein Affront gegen die Salzburger Festspiele oder seine nostalgischen Gedanken an die Ära von SPÖ-Bundeskanzler Bruno Kreisky: Herbert Kickl hat bei seinem Wahlkampfauftakt in Hallein für Empörung vom Landeshauptmann bis zum roten Bundeschef gesorgt.
„Da will ich gar nicht dabei sein, bei diesen Heuchlern, bei dieser Inzuchtpartie“, wetterte Herbert Kickl bei seiner Wahlkampftour in Hallein in Richtung Salzburger Festspiele.
Landeshauptmann Wilfried Haslauer (ÖVP) lässt daraufhin wissen: „Meine Meinung zur Politik Kickls ist bekannt. Selbst in Wahlkampfzeiten sollte man ein Mindestmaß an Respekt wahren. Kickl verkennt die hohe Bedeutung der Festspiele.“
„Kickl hat sicher Bundesregierung gemeint“
Haslauers Stellvertreterin Marlene Svazek will den Sager ihres FPÖ-Chefs relativieren: „Kickl hat sicher die Bundesregierung bei den Festspielen angesprochen, nicht die Salzburger, die wirtschaftlich davon profitieren und stolz auf die Tradition der Festspiele sind.“ Eine Distanzierung gibt es nicht.
Festspieldirektor Lukas Crepaz stellt zu Kickl nur fest: „Diese Aussage disqualifiziert sich von selbst.“ Früher als Festspiel-Kritiker bekannt und heuer live dabei, war Salzburgs KPÖ-Vize-Stadtchef Kay-Michael Dankl. Er sagt: „Heuchlerisch ist, mehr als 20.000 Euro im Monat an Steuergeldern zu kassieren, aber sich als Stimme des kleinen Mannes zu inszenieren.“
Babler: „FPÖ zerstört Kreisky-Errungenschaften.“
Nicht nur in Salzburg ist man empört. Auf Kickls Aussage zu seinen politischen Idolen aus den 1970er-Jahren (Kreisky) reagiert sogar SPÖ-Boss Andreas Babler: „Die FPÖ kann in der eigenen Partei keine Vorbilder haben. Denn wenn die FPÖ in einer Regierung ist, macht sie sich an die Zerstörung der Errungenschaften, die wir einem Kreisky zu verdanken haben. Wie man beim Zerschlagen des Gesundheitssystems sieht.“
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