Der Freispruch nach dem Doping-Befund des Tennis-Weltranglistenersten Jannik Sinner erhitzt die Gemüter. Der australische Tennisprofi Nick Kyrgios kritisiert via X, ehemals Twitter, die Entscheidung der ITIA. Und er ist nicht der Einzige.
„Lächerlich - ob es zufällig oder geplant war. Du wirst zweimal mit einer verbotenen (Steroid) Substanz getestet... du solltest für zwei Jahre raus sein“, schreibt Kyrgios, der 2022 das Finale beim Rasen-Klassiker in Wimbledon erreicht hatte.
Auch der Kanadier Denis Shapovalov schüttelt mit dem Kopf. „Ich kann mir nicht vorstellen, was andere wegen Kontamination mit verbotenen Substanzen gesperrte Spieler derzeit fühlen.“ Nachsatz: „Unterschiedliche Regeln für unterschiedliche Spieler.“
Und auch US-Profi Tennys Sandgren findet’s „lächerlich“. „Die ATP kümmert sich immer um ihre Geldmacher. Gut fürs Geschäft, schlecht für Transparenz und Integrität.”
Rückendeckung erhält Sinner von seinem Coach Darren Cahill. „Er ist unfassbar professionell. Er würde nie etwas absichtlich tun“, sagt er in einem Interview mit dem US-Sender ESPN. Es sei eine „unglückliche Situation“ gewesen.
WADA behält sich mögliche Berufung vor
Sinner wurde im März zweimal positiv auf das verbotene anabole Steroid Clostebol getestet. Eine Sperre bekam der 23-Jährige nicht. Nach Angaben der verantwortlichen Tennis-Agentur ITIA wurde der Italiener am vergangenen Donnerstag von einem unabhängigen Gericht freigesprochen. Demnach habe der Australian-Open-Champion das verbotene Mittel nicht vorsätzlich verwendet. Die Welt-Anti-Doping-Agentur will die Entscheidung nun „sorgfältig prüfen“.
Sinner hatte in einem Statement, das er in den sozialen Netzwerken veröffentlichte, erklärt, dass die Substanz über die Hände seines Physiotherapeuten in seinen Körper gelangt sei. Demnach habe der Betreuer ein in Italien rezeptfreies Clostebol-haltiges Spray benutzt, um einen Schnitt an seinem Finger zu behandeln.
Aufgrund der positiven Befunde wurden Sinner für das ATP-Turnier in Indian Wells, wo er im März das Halbfinale erreicht hatte und der positive Befund festgestellt worden war, das Preisgeld und die Punkte aberkannt.
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.