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Kickls Breite | Aus der Haut

Kickls Breite. Wie legt er´s denn heuer an? Hat er heuer die sprichwörtliche „Kreide gefressen“? Damit hatte man auch vor dem ORF-Sommergespräch im Vorjahr spekuliert. Doch der blaue Frontmann zog damals ordentlich vom Leder: Er sei nicht in die Politik gegangen, um sich zu verstellen hatte er gepoltert und auf alles losgeschimpft – den Bundespräsidenten, die anderen Parteien, den ORF natürlich.  Und er hatte die Sommergespräch-Moderatorin Susanne Schnabl nach mehreren markigen Sprüchen aufgefordert: „Diesen Sager schneiden´s jetzt aber net ausse“. Zur Erklärung: Im Vorjahr waren die am Montag ausgestrahlten Gespräche aus dem „Stasi-Verhörzimmer“ (Zitat Kickl) Tage zuvor aufgezeichnet worden. Die Interviewerin hatte er damals mehrfach harsch unterbrochen. Aber heuer – da würde vielleicht manches anders sein? Da würde Kickl wenige Wochen vor der Wahl, aus der er als Sieger gehen möchte, womöglich auch den Staatsmann geben? „Um über die 30 Prozent zu kommen, braucht er unentschlossene und gemäßigte Wähler“ hatte Politologin Kathrin Stainer-Hämmerle gestern in der „Krone“ gesagt und gemeint, Kickl wäre rhetorisch gut beraten, wenn er gemäßigter auftrete, denn für den ersten Platz brauche er Breite. Doch kann er den Staatsmann? Will er denn überhaupt Breite zeigen?

Aus der Haut.Der gemächlich plätschernde Traunsee konnte seine beruhigende Wirkung auf den FPÖ-Chef und den diesjährigen Interviewer Martin Thür letztlich nur sehr bedingt ausspielen. Nach einigermaßen freundlichem Start begannen sich die beiden rasch ineinander zu verhaken. Der blaue Parteichef belehrte Thür unter anderem, „a bisserl Geduld müssen Sie haben – ein Gespräch besteht aus Rede und Antwort“, er stellte dem Frager Prüfungsfragen: „Wie lange hat die (türkis-blaue; Anm.) Regierungsperiode gedauert?“. Thür antwortet: „Zwei Jahre“, Kickl stellt richtig: „Nein, eineinhalb.“ Auf diesem Niveau geht es weiter. Oberlehrer Kickl: „Eine Antwort ist dann zu Ende, wenn ich mit dem letzten Satz fertig bin“. Und vor allem der ständige Hinweis, diese oder jene Feststellung, diese oder jene Frage sei „kein sauberer Journalismus“, was in der (Klags-)Drohung eskaliert: „Vielleicht bekommen Sie auch demnächst ein juristisches Problem.“ Nein, auch gestern gab „Volkskanzler“-Kandidat Herbert Kickl nicht den über den Dingen stehenden Staatsmann, hatte keine Kreide gefressen, trat keineswegs gemäßigter auf und zeigte kaum neue Breite. Er kann nicht aus seiner Haut, er will es wohl auch nicht.

Kommen Sie gut durch den Dienstag!

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