Ohne sie geht am Red Bull Ring gar nichts: Die Streckenposten sind für jede Situation gerüstet. Die „Krone“ durfte den unverzichtbaren Männern und Frauen bei ihrer Arbeit über die Schulter schauen.
Egal ob Gluthitze oder Regenflut, sie trotzen jeder Witterung – und das von frühmorgens bis spätabends. Für mehr als 200 Streckenposten der „Ö-Ring Sicherheitsstaffel“ beginnen die Renntage am Red Bull Ring kurz nach sechs Uhr in der Früh. So wie auch an diesem Wochenende, wenn die MotoGP in der Steiermark gastiert.
An vorderster Front
„Ich bin ja noch immer glühender Fan von Valentino Rossi“, erklärt Reini aus Bruck an der Mur der „Krone“ beim Besuch am „Arbeitsposten 8“, der sich hinter der Streckenbegrenzung der Münzer-Schikane befindet. „Einmal stand er während einem Training neben mir hinter der Leitschiene, da hab ich mir sofort ein Selfie mit ihm geholt“, sagt er und zeigt stolz das Foto auf seinem Handy. Vor drei Jahren war Reini auch derjenige, der mit einem Feuerlöscher zur Stelle war, als zwei Motorräder nach einem Unfall mitten auf der Strecke in Flammen aufgingen. Auch davon zeigt er uns ein Foto.
Wenige Minuten später geht es für Reini, Claus, Herbert und Christoph vom „Arbeitsposten 8“ schon zur Sache. Für die nächsten zwölf Stunden werden die vier Männer ihre Augen auf Strecke und Kiesbett haben, wann immer sich ein Motorrad ihrem Sektor nähert. „Bis am Abend die letzten Renntaxifahrten für die VIP-Gäste vorbei sind“, erklärt uns das Quartett. Das schon nach wenigen Minuten des ersten MotoGP-Trainings ins Kiesbett ausschwärmt, um Brad Binder und seine KTM nach einem Unfall zu bergen.
Auch viele Frauen dabei
Die Streckenposten sind allesamt Motorsport-Enthusiasten, werden für ihre Dienste zwar entlohnt, eine goldene Nase verdient sich damit niemand. „Aber dafür kommen wir so nahe ran, wie sonst kein anderer“, erklärt Lena, die erst vor einem Jahr in der Ö-Ring Staffel begonnen hat. „Eigentlich wegen der Formel 1“, erklärt die an diesem Tag als Flaggenposten abgestellte Spielbergerin. Es fällt auf, dass vermehrt auch junge Damen die anstrengende Arbeit an der Strecke auf sich nehmen.
Wir haben hinten ungefähr 500 Kilo an Werkzeug und Hilfsmitteln dabei. Den ausziehbaren Stauraum haben wir selbst gebaut.
Wolfgang über den „S-Wagen“ der Streckenposten
Doch es gibt auch echte Veteranen. Wie Wolfgang, der seit über drei Jahrzehnten in der Staffel dient, an diesem Tag gemeinsam mit Marcel im so genannten „S-Wagen“ sitzt, der mobilen schnellen Eingreiftruppe unter den Marshalls. Stolz zeigt er uns das Innenleben auf der Ladefläche des blauen VW Amarok. „Wir haben hinten ungefähr 500 Kilo an Werkzeug und Hilfsmitteln dabei. Den ausziehbaren Stauraum haben wir selbst gebaut“, erklärt er.
Ausgezeichnete Staffel
Nur wenige Meter weiter steht noch ein Eigenbau der Staffel: Ein zum Binden von Ölspuren umfunktioniertes Quad. „Damit haben wir in zehn Minuten jedes Öl gebunden. Würde man es händisch machen, bräuchte man die dreifache Zeit.“
„Wir sind letztes Jahr von der FIA nicht umsonst zur besten Staffel des Jahres ausgezeichnet worden“, erklärt Marcel, der demnächst als Lehrer zu arbeiten beginnt. „Damit sollte im Sommer genug Zeit bleiben, hier weiterzumachen.“ Denn die Liebe zum Motorsport eint alle der über 200 Streckenposten, die an diesem Wochenende im Einsatz sind.
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