Sein Endspielgegner wird am Freitag ermittelt, wobei das zweite Halbfinale zwischen dem Schweizer Roger Federer und dem Schotten Andy Murray das Zeug zum Klassiker hat. Djokovic, der bisher 2008, 2011 und 2012 in Melbourne triumphiert hat, wird dieses Match bequem vor dem TV-Gerät verfolgen.
"Habe unglaublich gespielt"
"Die zwei freien Tage tun mir jetzt richtig gut. Ich hoffe, dass ich diese Leistung auch im Endspiel noch einmal abrufen kann. Ich habe mich von Anfang an gut und voller Selbstvertrauen gefühlt. Aber dass ich zu so einer Leistung imstande bin, hat mich auch überrascht. Ich habe unglaublich gespielt", wusste der "Djoker", dass er einen wahren Traumtag erwischt hatte.
Von Anfang an ließ Djokovic dem spanischen Dauerläufer nicht den Funken einer Chance. Ferrer, ab kommender Woche vor seinem verletzten Landsmann Rafael Nadal die Nummer vier der Welt, hatte dem druckvollen Spiel des Serben zu keiner Zeit etwas entgegenzusetzen. Was der Iberer auch versuchte, Djokovic hatte stets die bessere Antwort parat. Nach nicht einmal eineinhalb Stunden verwandelte er seinen ersten Matchball.
Murray gegen Federer Favorit
Das zweite Halbfinale verspricht mehr Spannung, wobei Murray nach seinen bisher gezeigten Leistungen in "Down Under" als Favorit gilt. Gerade einmal 8:56 Stunden verbrachte der Brite in seinen insgesamt fünf Partien auf dem Platz. Als sich Federer am Mittwochabend über dreieinhalb Stunden und fünf Sätze gegen den Franzosen Jo-Wilfried Tsonga in die Vorschlussrunde kämpfte, legte Murray daher noch eine Trainingsschicht ein. Um seinen Körper ein bisschen auszupowern und sich vor allem an das Spielen unter Flutlicht zu gewöhnen.
Murray und Federer haben in Melbourne bisher zwei unterschiedliche Turniere gespielt. Der US-Open-Champion musste bisher ausschließlich am Tag antreten, während Federer gleich viermal in der populären Night Session sein Können zeigen durfte. Die englischen Medien schmiedeten deshalb Verschwörungstheorien.
Murray nahm die Spielplangestaltung dagegen gelassen. "Ich hätte Federer und Tsonga auch am Abend spielen lassen, weil es einfach das beste Spiel des Tages war", sagte der Olympiasieger, der Jeremy Chardy zuvor in einem emotions- und höhepunktlosen Viertelfinale in drei Sätzen abgefertigt hatte. Auf dem Weg zu seinem zweiten Grand-Slam-Turnier-Triumph will sich der 25-Jährige von solchen Nebensächlichkeiten nicht ablenken lassen.
Das Motto für seine Mission "Down Under" steht auf dem T-Shirt, das Murray im Training trägt - und das nun auch Federer zu spüren bekommen soll. "Prepare, Attack, Destroy" (Vorbereiten, Angreifen, Zerstören). Bisher funktionierte der Plan perfekt, Murray ist der einzige Spieler, der in der mit 23,91 Millionen Euro dotierten Veranstaltung noch keinen Satz abgegeben hat.
Auch Federer in Hochform
Doch gegen Federer wird der Weltranglisten-Dritte nun erstmals wirklich gefordert. Schließlich präsentiert sich der 17-fache Grand-Slam-Turnier-Rekordsieger zum Jahresauftakt wieder einmal in bestechender Form. Das Viertelfinal-Duell des 31-Jährigen mit Tsonga zählte bisher zum Besten, was die Australian Open in diesem Jahr zu bieten hatten. "Es ist ein Privileg, so spät am Abend, auf dem Centre Court und vor diesem Publikum zu spielen", betonte Federer.
Einen riesigen Vorteil sieht er für sich aber nicht darin, dass er an die Bedingungen der Night Session anders als Murray bereits gewöhnt ist. "Wenn es jeden Tag 35 Grad gehabt hätte, wäre es vielleicht anders. Aber das war nicht der Fall."
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.