GUTEN MORGEN

Blinder Geheimdienst | Gegen die Angst

„Ich habe Großes vor“ – mit diesen großen Worten hatte der 19-jährige Beran A., alias „Mo“ aus Ternitz gerade erst Ende Juli einen Job hingeschmissen. Jetzt weiß die halbe Welt, was dieses „Große“ war, beziehungsweise, was dieses „Große“ hätte sein sollen: Er hatte dem Führer der Terrormiliz „Islamischer Staat“ die Treue versprochen und wollte Menschen, viele Menschen töten – Fans des US-Superstars Taylor Swift. Vor dem Wiener Happel-Stadion, in dem gestern, heute und morgen insgesamt drei Swift-Konzerte für beinahe 200.000 Zuschauer stattfinden sollten. Das Mordkomplott wurde bekanntlich gerade noch vereitelt, der 19-Jährige wie auch ein mutmaßlicher Komplize verhaftet, die Konzerte wurden dennoch abgesagt. Wie es so weit kommen konnte, was das bedeutet, welche Folgen es hat – all dies wird nun nicht nur in Österreich heftig diskutiert. Wie können sich junge Männer so radikalisieren, dass sie über Leichen gehen wollen? Darauf ist nur schwer eine Antwort zu finden. Leichter zu beantworten: Wie kann es sein, dass islamistische Terrorpläne in Österreich immer erst durch Informationen ausländischer Geheimdienste bekannt werden? Vor allem deshalb, weil die österreichischen Geheimdienste wegen restriktiver Datenschutzbestimmungen blind und taub bleiben, weil sie so gut wie keine Chance haben, bei den Vorbereitungen von Anschlägen mitzuhören oder mitzulesen. Kein Wunder, wenn das nun wieder heftig politisch diskutiert wird.

Gegen die Angst. Und warum zielen islamistische Terrorattentäter ausgerechnet auf Taylor Swift und ihre Fans? Darauf hat „Krone“-Kolumnistin und Musik-Insiderin Franziska Trost die Antwort. Sie schreibt heute, Taylor Swift sei nicht nur erfolgreicher Popstar, sondern für viele „eine Art Superwoman unserer Zeit“, die mit ihren ganz eigenen Superkräften gerade jene bestärke, die sich selbst noch nicht gefunden haben. Unter dem Motto „Sei einfach du selbst, lebe frei und in Freude, überwinde deine Ängste.“ Sie steht für „Feminismus in einer modernen klugen Art“, für Toleranz, Selbstbestimmung und Freiheit, gegen Rassismus und für das Recht der Frauen, selbst über ihren Körper zu bestimmen. Und sie ist eine Ikone der LGBTQ-Community. Trost formuliert es so: „Alle Farben des Regenbogens sind in ihrer Swiftie-Welt willkommen und tanzen über jegliche Schwierigkeiten hinweg.“ So versinnbildlicht sie all das, was fanatische Islamisten verteufeln. Sie wollen uns mit ihrem blutrünstigen Terror mitten ins Herz treffen und Angst schüren. Stimmt. Und deshalb müssen wir uns genau dagegen mit Kopf, Herz, mit Händen und Füßen wehren!

Kommen Sie gut durch den Freitag!

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