Morddrama in der Klinik Wien-Favoriten: Eine Frau ist am Donnerstag gegen 14 Uhr auf der Neurologiestation vor den Augen der Patienten von ihrem Lebensgefährten erschossen worden. Nach der Tat schoss sich der Mann selbst an, kurze Zeit später verstarb auch er. Der Polizeieinsatz läuft aktuell.
„Krone“-Informationen zufolge wurden die Schüsse gegen 14 Uhr auf der Neurologiestation des ehemaligen Kaiser-Franz-Josef-Spitals abgefeuert.
Dabei erschoss der Mann seine Frau. Anschließend soll er die Waffe auf sich selbst gerichtet und sich angeschossen haben. Kurze Zeit später verstarb er.
Verzweiflungstat wahrscheinlich
Der Einsatz ist aktuell in vollem Gange, auch das Kriseninterventionsteam ist bereits vor Ort. Ersten Details zufolge soll es sich um eine Verzweiflungstat gehandelt haben – die Frau soll schwer krank gewesen sein. Der Vorfall geschah mitten auf der Station, weitere Personen waren anwesend.
„Wir haben offene Spitäler“
„Wir haben offene Spitäler“, betonte Markus Pederiva, Sprecher des Wiener Gesundheitsverbundes. Patienten sowie Besucher könnten sich frei bewegen, „ohne Taschenkontrollen und Ähnliches beim Eingang, und das ist auch bewusst so“, betonte er.
Im aktuellen tragischen Fall hatte ein Mann einen Plan und hat ihn umgesetzt. Ich wüsste nicht, wie man so etwas verhindern könnte.
Markus Pederiva, Sprecher des Wiener Gesundheitsverbundes (WiGeV)
Bei mehr als drei Millionen Patientenkontakten pro Jahr seien Sicherheitsmaßnahmen wie etwa auf Flughäfen „nicht realistisch“ umzusetzen. Im aktuellen tragischen Fall „hatte ein Mann einen Plan und hat ihn umgesetzt. Ich wüsste nicht, wie man so etwas verhindern könnte“, meinte der Sprecher.
Erinnerungen an 2019
Im Jahr 2019 war die Klinik Favoriten schon einmal Tatort, damals stach ein Patient einen Arzt in der Herzambulanz nieder. Der 33-Jährige, der in der voll besetzten Ambulanz auf den 64-jährigen Oberarzt gewartet hatte, fügte ihm zunächst lebensgefährliche Verletzungen zu. Die offenbar durch Wahnvorstellungen ausgelöste Tat, die der Kardiologe glücklicherweise überlebte, zog eine Diskussion über eine Verschärfung der Sicherheitsvorkehrungen in Spitälern nach sich.
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