10.07.2019 12:09

Angriff im Warteraum

Patient rammt Arzt in Spital Messer in den Bauch

Messerangriff auf einen Arzt am Mittwochvormittag im Wiener Bezirk Favoriten: In der Herzambulanz des Sozialmedizinischen Zentrums Süd ging ein Mann mit einem Messer auf den 64 Jahre alten Kardiologen los - vor den Augen zahlreicher weiterer Patienten. Das Opfer erlitt schwerste Verletzungen. Der 33 Jahre alte mutmaßliche Täter aus Sierra Leone war in der Vergangenheit vom Opfer behandelt worden. Laut einem Kriminalisten dürfte ein „persönliches Motiv“ hinter der Tat stecken.

Die blutigen Szenen spielten sich am Vormittag gegen 10 Uhr im Wartebereich des Kaiser-Franz-Josefs Spitals ab, der stark frequentiert war, so Polizeisprecher Paul Eidenberger. Der Verdächtige habe auf den Mediziner gewartet. Als dieser kurz darauf erschien, griff der Patient zu einem Küchenmesser und attackierte aus dem Nichts den 64-Jährigen.

Mediziner musste notoperiert werden
Das Opfer erlitt eine Stichwunde im Bauch und wurde lebensgefährlich verletzt. Nach einer Notoperation habe der Mediziner stabilisiert werden können, er befinde sich „derzeit nicht in Lebensgefahr“, sagte Eidenberger. Der mutmaßliche Angreifer hatte nach der Tat erneut im Warteraum Platz genommen und auf das Eintreffen der Polizei gewartet. Weitere Personen habe er dabei nicht gefährdet, hieß es. Beim Eintreffen der Beamten ließ sich der Verdächtige widerstandslos festnehmen.

Weshalb der mutmaßliche Täter zum Messer griff und den Oberarzt der Kardiologie, der kurz vor seiner Pensionierung steht, attackierte, ist noch unklar. Der Angreifer war vom Mediziner jedenfalls behandelt worden, hieß es gegen Mittag. Zuletzt sei er im Juni Patient auf der Kardiologischen Abteilung gewesen und wurde dabei auch einem operativen Eingriff unterzogen.

„Gezielter Angriff“
„Es dürfte sich um einen gezielten Angriff gehandelt haben“, sagte Gerhard Winkler vom Landeskriminalamt Süd. Der Verdächtige mit Asylstatus sei seit 2011 im SMZ-Süd in Behandlung gewesen. Am Mittwoch hatte der 33-Jährige jedenfalls keinen Termin in der Herzambulanz. Er erschien, „ohne dass etwas ausgemacht war“, meinte Marion Wallner vom Wiener Krankenanstaltenverbund. 

„Ich bin schockiert über den Angriff auf unseren Kollegen“, so die Ärztliche Direktorin Michaela Riegler-Keil. Den Patienten und Mitarbeitern wurde Krisenintervention von Experten vor Ort angeboten, hieß es. „Der Arzt wurde notoperiert und ist zum Glück nicht mehr in Lebensgefahr“, so Riegler-Keil.

„Werden den Vorfall lückenlos aufklären“
Die Generaldirektorin des Wiener Krankenanstaltenverbunds, Evelyn Kölldorfer-Leitgeb, meinte: „Diese schreckliche Tat zeigt auf traurige Weise, dass selbst gegen diejenigen Gewalt ausgeübt wird, die sich um das Wohl anderer kümmern. Wir werden den Vorfall gemeinsam mit der Polizei lückenlos aufklären und analysieren, ob und wie wir solche Vorfälle künftig vermeiden können.“

Auch Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ) zeigte sich nach dem Messerangriff erschüttert. „Das Allerwichtigste ist, dass die Operation des verletzten Arztes gut verlaufen ist und die Genesung rasch und vollständig erfolgt. Klar ist auch, dass die Polizei diesen furchtbaren Vorfall lückenlos aufklären muss - auch die Umstände, wie es zu dieser Tat überhaupt kommen konnte. Mein besonderer Dank geht an die Mitarbeiter des Krankenhauses, die dem Opfer der Attacke rasch Hilfe leisteten und sofort lebensrettende Maßnahmen setzten“, so Hacker.

 krone.at
krone.at

Kommentare

Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Aktuelle Schlagzeilen
Maggies Kolumne
Der kleine Unterschied
Tierecke
Wechsel zu Juventus
De Ligt: Ronaldo? „Keinen Unterschied ausgemacht“
Fußball International
Dänemarks U21-Kapitän
Spektakulärer Transfer: Salzburg holt Ajax-Spieler
Fußball National
Kommt Verteidiger?
Austria: So soll Kooperation mit ManCity aussehen!
Fußball National
Neuer Alba-Konkurrent?
Hammer-Gerücht: Barca buhlt um Bayern-Star Alaba!
Fußball International
Polizisten angegriffen
Diversion für Rapid-Fan nach Schneeballwurf
Fußball National
Wien Wetter

Newsletter