10.07.2019 12:09 |

Angriff im Warteraum

Patient rammt Arzt in Spital Messer in den Bauch

Messerangriff auf einen Arzt am Mittwochvormittag im Wiener Bezirk Favoriten: Im Sozialmedizinischen Zentrums Süd ging ein Mann mit einem Messer auf einen Mediziner los - vor den Augen zahlreicher weiterer Patienten. Das Opfer erlitt schwerste Verletzungen. Der 33 Jahre alte mutmaßliche Täter aus Sierra Leone war in der Vergangenheit vom Opfer behandelt worden. Laut einem Kriminalisten dürfte ein „persönliches Motiv“ hinter der Tat stecken.

Die blutigen Szenen spielten sich am Vormittag gegen 10 Uhr im Wartebereich des Kaiser-Franz-Josefs Spitals ab, der stark frequentiert war, so Polizeisprecher Paul Eidenberger. Der Verdächtige habe auf den Mediziner gewartet. Als dieser kurz darauf erschien, griff der Patient zu einem Küchenmesser und attackierte aus dem Nichts Mediziner.

Mediziner musste notoperiert werden
Das Opfer erlitt eine Stichwunde im Bauch und wurde lebensgefährlich verletzt. Nach einer Notoperation habe der Mediziner stabilisiert werden können, er befinde sich „derzeit nicht in Lebensgefahr“, sagte Eidenberger. Der mutmaßliche Angreifer hatte nach der Tat erneut im Warteraum Platz genommen und auf das Eintreffen der Polizei gewartet. Weitere Personen habe er dabei nicht gefährdet, hieß es. Beim Eintreffen der Beamten ließ sich der Verdächtige widerstandslos festnehmen.

Weshalb der mutmaßliche Täter zum Messer griff und den Arzt attackierte, ist noch unklar. Der Angreifer war vom Mediziner jedenfalls behandelt worden, hieß es gegen Mittag. Zuletzt sei er im Juni Patient im Spital gewesen und wurde dabei auch einem operativen Eingriff unterzogen.

„Gezielter Angriff“
„Es dürfte sich um einen gezielten Angriff gehandelt haben“, sagte Gerhard Winkler vom Landeskriminalamt Süd. Der Verdächtige mit Asylstatus sei seit 2011 im SMZ-Süd in Behandlung gewesen. Am Mittwoch hatte der 33-Jährige jedenfalls keinen Termin auf der Ambulanz. Er erschien, „ohne dass etwas ausgemacht war“, meinte Marion Wallner vom Wiener Krankenanstaltenverbund.

„Ich bin schockiert über den Angriff auf unseren Kollegen“, so die Ärztliche Direktorin Michaela Riegler-Keil. Den Patienten und Mitarbeitern wurde Krisenintervention von Experten vor Ort angeboten, hieß es. „Der Arzt wurde notoperiert und ist zum Glück nicht mehr in Lebensgefahr“, bestätigte Riegler-Keil.

„Werden den Vorfall lückenlos aufklären“
Die Generaldirektorin des Wiener Krankenanstaltenverbunds, Evelyn Kölldorfer-Leitgeb, meinte: „Diese schreckliche Tat zeigt auf traurige Weise, dass selbst gegen diejenigen Gewalt ausgeübt wird, die sich um das Wohl anderer kümmern. Wir werden den Vorfall gemeinsam mit der Polizei lückenlos aufklären und analysieren, ob und wie wir solche Vorfälle künftig vermeiden können.“

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