Werden beim Check durch das Bundesheer Auffälligkeiten entdeckt, wird der Jugendliche gleich ins Kepler Klinikum geschickt. Dadurch sollen lange Wartezeiten auf einen Facharzt-Termin verhindert werden und die Stellung wie geplant beendet werden. Das Projekt ist österreichweit einzigartig.
Es sind zwei Tage im Leben von Jugendlichen, um die sie nicht herum kommen: die Stellung. Die jungen Burschen – und die freiwillig gemeldeten Mädchen – werden dabei auf Herz und Nieren untersucht. Am Ende der Stellung werden die Wehrpflichtigen von der Stellungskommission für „tauglich“, „vorübergehend untauglich“ oder „untauglich“ befunden.
Übergewicht und psychische Probleme
Das beste Ergebnis ist die Benotung neun, im Schnitt werden die jungen Menschen mit einer fünf bewertet. „Der Grundzustand der Jugendlichen macht uns nicht glücklich. Die größten Auffälligkeiten sind das Übergewicht oder die Zunahme psychischer Erkrankungen“, so Verteidigungsministerin Klaudia Tanner (ÖVP). LH-Vize und Gesundheitslandesrätin Christine Haberlander (ÖVP) freut sie sich daher, dass man durch das neue Pilotprojekt in Oberösterreich „einen wesentlichen Beitrag zur Gesundheitsprävention bei jungen Oberösterreichern leistet“.
8000 Untersuchungen pro Jahr
Künftig sollen die Stellungspflichtigen bei Auffälligkeiten sofort ins Linzer Kepler Klinikum geschickt werden, und müssen nicht wochenlang auf einen Termin beim Facharzt warten. Die Kooperation konzentriert zunächst auf die Augenheilkunde, HNO, Urologie und Psychiatrie. „Wir führen 8000 Untersuchungen pro Jahr durch, bei 7000 davon ist es die erste große Untersuchung. Wir rechnen damit, dass bis 350 Betroffene jährlich direkt ins Uniklinikum geschickt werden“, so Militärkommandant Dieter Muhr. Vierteljährig soll das Projekt von allen Beteiligten evaluiert werden und auch als Vorbild für andere Bundesländer dienen.
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