Bei zwei Konzerten bei den Salzburger Festspielen verzaubern die Wiener Philharmoniker mit Dirigent Herbert Blomstedt das Publikum. Der Maestro ist bereits 97 Jahre alt. Ein echtes Rezept für das hohe Alter hat er aber nicht.
Grandseigneur, Altmeister, lebende Legende – selten treffen Begriffe auf einen Dirigenten so gut zu wie auf Herbert Blomstedt. Der gebürtige US-Amerikaner feierte vor rund zwei Wochen seinen 97. Geburtstag. Sein Alter merkt man ihm von der Weite aber fast nur beim Gang zum Pult an. Da braucht der Maestro, der älteste aktive Dirigent der Welt, mit Begleitung ein bisschen länger als in den früheren Jahren. Wie zum Beispiel 1954, als er mit dem Philharmonischen Orchester Stockholm debütierte.
Egal ob stehend oder mittlerweile sitzend: Mit dem vor Elan strotzenden Blomstedt als Dirigenten, den Wiener Philharmonikern und dem Wiener Singverein wird das Publikum im Großen Festspielhaus verzaubert. Am Sonntag gab es nach Felix Mendelssohn Bartholdys „Lobgesang“ und dem „Schicksalslied“ von Johannes Brahms stehende Ovationen. Als sich Blomstedt nach dem letzten Ton von seinem Schemel erhob, kein Halten mehr. Heute darf im ausverkauften Saal noch einmal diesen Klängen im Rahmen der „Overture spirituelle“ gelauscht werden.
Vegetarische Kost, kein Alkohol
Ein besonderes Rezept für Fitness im Alter gibt es laut Blomstedt nicht. Weder Nichtraucher noch Vegetarier zu sein oder keinen Alkohol zu trinken. „Mein Bruder hat denselben Lebensstil gehabt wie ich – und doch hatte er alle Krankheiten dieser Welt“, sagte der bekennende Sieben-Tag-Adventist einmal der „Stuttgarter Zeitung“. Die Musik spiele aber definitiv eine Rolle. „Dirigent zu sein, ist ein guter Beruf, um alt zu werden, denn es ist immer eine Herausforderung. Diese braucht man, wenn man älter wird. Man darf es nur nicht übertreiben.“
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