Sammler am Werk?
Diebstahlserie in deutschen KZ-Gedenkstätten
Diebstähle in den KZ-Gedenkstätten Flossenbürg und Dachau beschäftigen die deutsche Polizei. Das Motiv für die Taten ist noch unklar. Man schließt jedoch nicht aus, dass es sich bei den Dieben um Trophäensammler handle.
Aus der KZ-Gedenkstätte Dachau wurde den Angaben zufolge aus dem ehemaligen Krematorium – der sogenannten Baracke X – ein als Attrappe dienender Duschkopf sowie der Türriegel einer Tür der ehemaligen Gaskammer gestohlen.
Eine Waschbeckenhalterung und ein Deckel des Kamins wurden aus der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg gestohlen. Zudem wurde eine Gedenktafel für den ehemaligen Häftling Rudolf Nowak, der im Jänner 1945 im Lager starb, entwendet, wie eine Sprecherin der Stiftung Bayerische Gedenkstätten sagte. Weiters seien Anfang des Jahres historische Granitplatten aus einem Gehweg gestohlen worden, die zur Restaurierung gelagert worden seien.
Sicherheitskonzept soll modernisiert werden
Vor rund zehn Jahren hatten unbekannte Täter das Tor in Dachau mit der Aufschrift „Arbeit macht frei“ abmontiert und entwendet. Gut zwei Jahre später tauchte das Tor nahe der norwegischen Küstenstadt Bergen wieder auf. Zuvor war ein anonymer Hinweis zum Fundort eingegangen. Das Sicherheitskonzept in beiden ehemaligen Konzentrationslagern soll nach den jüngsten Diebstählen überprüft und technisch verbessert werden.
Das KZ Dachau war das erste große, dauerhaft angelegte KZ der Nationalsozialisten. Zwischen 1933 und 1945 waren dort mehr als 200.000 Menschen aus ganz Europa inhaftiert, 41.500 starben. Das KZ Flossenbürg war am 23. April 1945 von der US-Armee befreit worden. Von etwa 100.000 Menschen, die dort oder in den Außenlagern inhaftiert waren, starben rund 30.000.








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