Schon 2016 im Visier
Das wusste Trumps Team über die Attentäter-Familie
Donald Trump ist am Samstagabend nur knapp dem Tod entronnen, als der 20-jährige Thomas Matthew Crooks mit einem halbautomatischen Gewehr auf ihn schoss. Ermittler gehen davon aus, dass die Waffe dessen Vater gehört. Der war – Ironie des Schicksals – 2016 von Trumps Wahlkampfteam in einem Datensatz als Waffenliebhaber und „überzeugbarer Wähler“ geführt worden …
Das hat der britischen Fernsehsender Channel 4 News enthüllt. Demnach erstellte die Wahlkampftruppe von Trump im Jahr 2016 eine Datenbank mit Profilen von Millionen von Wählern in umkämpften US-Bundesstaaten, den sogenannten Swing States. Ziel des ursprünglich geheimen Projektes der Trump-Unterstützer war es, Datenmaterial zusammenzutragen, um Millionen von Waffenbesitzern und potenziellen Wähler in den USA, die im Vorfeld des Wahlkampfs 2016 positiv auf das Thema Waffenrechte anspringen könnten, zu identifizieren.
Als Waffenbesitzer im Visier von Trump-Kampagne
Wie der Sender berichtet, befand sich auch die Familie von Attentäter Thomas Matthew Crooks in dieser umfangreichen Datenbank. Die Profile der Elternteile hätten gezeigt, dass sie mit hoher Wahrscheinlichkeit Waffenbesitzer waren und „andere waffenbezogene Lebensstilindikatoren“ teilen würden, heißt es.
In der Datenbank von Trumps Präsidentschaftswahlkampf 2016, die Channel 4 News im Jahr 2020 zugespielt wurde, sind der 53-jährige Matthew Crooks und seine Frau Mary als Bewohner eines Hauses im Bezirk Bethel Park südlich von Pittsburgh aufgeführt. In Bethel Park rangierte Crooks senior in den Top 20 der Sparte „überzeugbarer Wähler“. Seine Gattin wurde zwar als „Demokratin“ geführt, aber als aufgeschlossen für eine Pro-Waffen-Agenda angesehen.
Angaben des FBI-Sonderermittlers Kevin Rojek zufolge hatte der 20-jährige Crooks für seine Tat ein Gewehr vom Typ AR-15 verwendet, das legal erworben worden war. Die Ermittler gehen davon aus, dass die Waffe Crooks‘ Vater gehört. Unklar ist aber noch, wie sein Sohn an das Gewehr, mit dem er auf Trump feuerte, gekommen ist.
Attentäter wurde schon frühzeitig entdeckt
Indes erhöhen neue Erkenntnisse aus den Ermittlungen zum Attentat den Druck auf die Sicherheitskräfte. Bereits eine Stunde bevor Crooks auf Trump feuerte, stuften örtliche Sicherheitsleute den Attentäter in der Menge als verdächtig ein – ein „junger Mann, der sich merkwürdig verhielt“, wie die „New York Times“ berichtete. Auch der Secret Service, der Trump beschützt, sei informiert worden. Doch dann habe sich die Spur des Verdächtigen verloren, heißt es.










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