Di, 17. Juli 2018

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21.12.2012 14:38

Madoff-Bruder zu zehn Jahren Haft verurteilt

Im größten Wirtschaftsbetrugsprozess der Wall-Street-Geschichte ist nun auch der jüngere Bruder von Bernard Madoff verurteilt worden. Peter Madoff muss wegen Mithilfe beim milliardenschweren Betrug von Anlegern für zehn Jahre ins Gefängnis. Der 67-Jährige hatte vor der Urteilsverkündung am Donnerstag eingeräumt, er schäme sich für seine Straftaten, für die er "die volle Verantwortung" übernehme.

Die Richterin sah es am Donnerstag als erwiesen an, dass Madoff, der mehr als 40 Jahre lang Mitarbeiter in der Anlagefirma seines Bruders war, ihm auch bei der Vertuschung seines Betrugs geholfen habe. Der 67-Jährige hatte sich in beiden Anklagepunkten - Betrug und Urkundenfälschung - schuldig bekannt. Eine Strafe in dieser Höhe war erwartet worden: Die zehn Jahre sollen Teil eines Deals mit der Staatsanwaltschaft als Gegenleistung für ein Schuldeingeständnis gewesen sein. Nahezu sein gesamtes Vermögen wurde eingezogen.

Einzeltäter-Theorie eindeutig widerlegt
Das nun ergangene Urteil widerlegte auch die Argumentation seines älteren Bruders, der stets behauptet hatte, im Alleingang gehandelt zu haben. Zwar hatte Peter betont, bis kurz vor dem Auffliegen des Schneeball-Betrugssystems keine Ahnung von den betrügerischen Elementen in den Finanzgeschäften seines Bruders gehabt zu haben, doch das Gericht war der Ansicht, dass der jüngere der Madoff-Brüder eine "Schlüsselrolle" gespielt habe. Schließlich war er in der Firma formell für die Einhaltung der Regeln zuständig. Seine Anwälte erklärten, Peter habe unter starkem Einfluss seines großen Bruders gestanden.

Madoff-Sohn erhängte sich
Weitere Mitglieder der Madoff-Familie wurden nicht beschuldigt. Einer der beiden Söhne Bernards, Mark, nahm sich vor zwei Jahren das Leben (siehe Infobox), weil er den Druck und die Anfeindungen nicht mehr aushielt.

Richter: "Außergewöhnlich teuflisches Verbrechen"
Im größten Betrugsfall der Wall-Street-Geschichte war Bernard Madoff zu 150 Jahren Gefängnis verurteilt worden. Das Verbrechen sei "außergewöhnlich teuflisch", meinte Richter Denny Chin bei der Urteilsbegründung im Jahr 2009.

Der Ex-Broker hatte mit einem rund 65 Milliarden Dollar (46 Mrd. Euro) schweren Schneeball-System weltweit Tausende Anleger - auch in Österreich - geschädigt. Auf wundersame Weise losgelöst vom Auf und Ab der Börsen brachte Madoffs Fonds den Anlegern über die Jahre gleichmäßig hohe Gewinne ein. Dass es sich dabei um ein System handelte, bei dem die Erträge nicht durch Börsengewinne, sondern allein durch die Einlagen neuer Kunden bezahlt wurden, wussten die Anleger nicht. Nicht einen einzigen Dollar habe er wie vereinbart am Kapitalmarkt investiert, gab Madoff später zu. Das gesamte Geld habe er auf Bankkonten deponiert, ehe das System zusammenbrach.

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