So, 16. Dezember 2018

Laut Muslimbrüdern:

16.12.2012 10:10

Knappe Mehrheit der Ägypter sagt Ja zur Verfassung

Die Ägypter haben nach Angaben der Muslimbruderschaft in der ersten Wahlrunde mit knapper Mehrheit für den umstrittenen Verfassungsentwurf der Islamisten um Präsident Mohammed Mursi gestimmt. Demnach hätten rund 57 Prozent mit Ja votiert - in örtlichen Medien kursierten allerdings unterschiedliche Angaben über die ersten Ergebnisse. Die Oppostition spricht von offensichtlicher Manipulation. Offizielle Zahlen sollen ohnehin erst nach der zweiten Wahlrunde am 22. Dezember bekannt gegeben werden, wie die Wahlkommission mitteilte.

Das Oppositionsbündnis Nationale Heilsfront berichtete unter anderem von unversiegelten Wahlurnen mit Stimmzetteln und weitverbreiteter Beeinflussung der Wähler. "Das Ausmaß der Manipulationen zeigt den klaren Willen der Muslimbrüder, den Willen der Wähler zu verfälschen, um die Verfassung der Bruderschaft durchzubringen", erklärte die Heilsfront, in der die wichtigsten liberalen und säkularen Kräfte zusammengeschlossen sind.

Den Oppositionsangaben zufolge riefen Muslimbrüder direkt in Wahllokalen auf, mit Ja zu stimmen. Zudem hätten sie Zucker, Öl und Tee an die Wähler verteilt. In allen zehn Provinzen, in denen am Samstag abgestimmt wurde, habe es ähnliche Unregelmäßigkeiten gegeben, erklärte das Bündnis.

Enormer Andrang bei den Wahllokalen
Die Wahllokale hatten am Samstag in zehn Provinzen geöffnet, darunter in den Großstädten Kairo und Alexandria. Die anderen 17 Provinzen stimmen am kommenden Samstag ab. Insgesamt sind 51,3 Millionen Ägypter zur Stimmabgabe aufgerufen.

Der erbitterte Richtungsstreit zwischen Islamisten und Opposition lockte die Wähler jedenfalls schon bei der ersten Runde in Scharen in die Wahllokale. Wegen des großen Andrangs blieben diese vier Stunden länger geöffnet.

Präsident Mursi gab in Kairo als einer der ersten seine Stimme ab, ohne sich öffentlich zu äußern. Die Abstimmung wird zum Teil auch als Votum über den Staatschef verstanden, der aus den Reihen der islamistischen Muslimbrüder stammt und den im Eilverfahren verabschiedeten Verfassungsentwurf maßgeblich unterstützte.

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