Einhausung erzeugt Strom und bietet Familien einen Verweilplatz. Wie es dazu gekommen ist und was es der Gemeinde bringt, verraten Trebesings Bürgermeister und der ehemalige Babyhotel-Besitzer Siggi Neuschitzer im Gespräch mit der „Krone“.
Der Trebesinger Spielplatz ist wohl einzigartig. Er befindet sich nämlich direkt auf der Tunnel-Einhausung der A10 Tauernautobahn. Und wer nicht weiß, dass darunter Autos und Laster durchdüsen, der merkt es auch gar nicht.
Der Tunnel wurde 2005 aber nicht wegen eines Spielplatzes gebaut. „Es war der Lärm, der nicht mehr auszuhalten war. Auf die A10 musste bei Trebesing unbedingt ein Deckel rauf“, blickt der ehemalige Babyhotel-Chef Siggi Neuschitzer zurück: „Damit die betroffenen Grundstücksbesitzer wieder Boden zurückbekommen, haben wir vorgeschlagen, die Oberfläche der Einhausung als Grünfläche zu nutzen. Was wir mit der regionalen Politik auch umsetzen konnten.“
Neue Spieloase für die Kinder
Und so wurde die Tunneldecke an Bauern vermietet, damit Vieh grasen und Heu gewonnen werden kann. „2009 wurde dann der Spielplatz errichtet“, sagt Neuschitzer stolz. Und heute ist er kaum wegzudenken. „Damit wird eine Fläche nachhaltig genutzt und es attraktiviert unsere Gemeinde“, freut sich Bürgermeister Arnold Prax, der die beliebte Spieloase heuer um 108.000 Euro erneuern lässt.
Nicht nur der Spielplatz ist dort zu finden. Ein Großteil des 800 Meter langen Tunnels wurde heuer nämlich mit PV ausgestattet. „944 kWp hat die Asfinag montieren lassen, davon gehören 32 der Gemeinde.“ Den Strom will die Kommune für Kindergarten und Volksschule nutzen und überschüssige Energie ins Stromnetz einspeisen. Auch eine kleine Energiegemeinschaft soll entstehen. Und so wie früher sollen auch wieder Tiere grasen. „Schafe werden für die Bodenpflege auf dem Areal der PV-Anlagen sorgen“, schmunzelt der Gemeindechef. Im Herbst wird das 2,2 Millionen Euro-Projekt von Gemeinde und Asfinag feierlich eröffnet.
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